ZUM FINDEN VON THEMEN, DIE SICH NICHT IN DER SEITENLEISTE (RECHTE SPALTE) BEFINDEN, KÖNNEN SIE EIN STICHWORT IHRER WAHL IM WEISSEN FELD MIT DER KLEINEN LUPE, GANZ LINKS OBEN IN DER BLAUEN LEISTE, EINGEBEN!

Samstag, 14. März 2009

Inhalation


Heute werden 20 KursteilnehmerInnen im Aromatherapie-Kurs, den ich in den letzten zwei Tagen mit Chemiewissen "beglückt" habe, inhalieren. In vielen 08-15-Aromatherapiebüchern wird dieses Thema immer fehlerhaft behandelt. Darum hier ein Hinweis, den meine Kollegin (und Buchautorin) Monika Werner einst gab, als jemand fragte. "Wie kann ich entscheiden, ob ein Aromatherapie-Buch etwas taugt?". Sie antwortete: "Schauen Sie in das Kapitel (oder die Seite) über Inhalationen mit ätherischen Ölen. Wenn mehr als EIN (1) Tropfen Öl für eine Inhalation empfohlen wird, lassen Sie das Buch liegen." Super Antwort.


Denn man muss sich immer vergegenwärtigen, dass ätherische Öle hochkonzentrierte und intensive Pflanzenstoffe sind. Ein Tropfen ätherischen Öles entspricht bei vielen Pflanzen einem Einkaufskorb oder gar mehr als einem Wäschekorb voll der frischen Pflanze. Und wer würde schon zwei oder drei Kilo Kamillenblüten in seine Inhalationsschüssel geben????
Also ist Sparsamkeit wichtig: dem Geldbeutel zuliebe, den Atemwegen zuliebe und aus Achtung vor den Pflanzen.
Man muss das Öl nicht unbedingt emulgieren, man kann den Tropfen einfach auf die sehr heiße (nicht kochende) Wasseroberfläche geben. Wenn man nicht unter trockenen Schleimhäuten und Reizhusten leidet, ist es jedoch sehr sinnvoll, den Tropfen ätherischen Öles in einem Esslöffel Meersalz einzuarbeiten und dieses Gemisch dann in circa 4 bis 5 Liter Wasser zu geben.
Ätherische Öle mit einen deutlichen Anteil an Monoterpenen (über circa 20 Prozent) dürfen übrigens nicht in Inhalationsgeräte aus Kunststoff gegeben werden (zB Pari), hierfür eignen sich jedoch (frische) Hydrolate sehr gut. Eine klassische Mischung gegen Entzündungen und Infektionen der Atemwege ist 5 ml Rosen-, Teebaum-, Kamillen- oder Melissenhydrolat mit einem Tropfen Manukaöl zu verschütteln und in den elektrischen Inhalator zu geben. Für Kinder unter 5 Jahren sind Wasser-Handtuch-Inhalationen wie oben beschrieben mit Hydrolaten auch angenehmer. Und für hustende Tiere auch.

Mittwoch, 11. März 2009

Kampferöl, Cinnamomum camphora


Ich betreue das Forum Cysticus für Menschen mit Mucoviszidose. Darin werden immer interessante Fragen gestellt und weil ich gleich auf lange Reise quer durch Deutschland gehe, möchte ich einen wichtigen Fragenkomplex samt meiner Antwort hier rein stellen, denn das Thema ist für viele Menschen interessant. Die Frage war:
Sind ätherische Öle unbedenklich?
Und speziell "Was sagen Sie dazu:
  • Kampfer macht homöopatische Heilmittel unwirksam.
  • Kampfer ist entzündungshemmend .
  • Kampfer schadet Kindern".
Meine Antwort: Oh, diese Frage werde ich morgen und übermorgen in einem Biochemie-Kurs für Ärzte und Krankenschwestern beantworten und selbst nach zwei Tagen bleiben noch Fragen offen!!!
Grundsätzlich: Man kann "ätherische Öle" nicht über einen Kamm scheren. Sie bestehen zunächst einmal aus zwei ganz unterschiedlichen Gruppen (was chemischen Aufbau und beeinflussende Stoffwechselvorgänge in der Pflanze anbelangt). Eine Gruppe sind die Terpene und ihre Abkömmlinge, relativ einfache und kleine Moleküle wie Limonen in den Schalen der Zitrusfrüchte und Pinen in den Nadeln der Nadelbäume. Sie "altern" schnell, die Öle haben also nur eine Haltbarkeit von einem Jahr, sonst gibts ev. Hautreizungen. Viele aus dieser Gruppe haben beispielsweise stark schleimlösende und antibakterielle Eigenschaften.
Die zweite große Gruppe sind die Phenole und ihre Abkömmlinge, unter denen sind einige psychisch wirksame ("antidepressive") und stark hautreizende äth. Öle, die aber auch nachweislich und überprüfbar wie Antibiotika wirken.
Ätherische Öle befinden sich in kleinen Mengen in vielen Gemüse- und Obstarten, sie zählen heute zu den SPS (Sekundären Pflanzenstoffen), sind also für den Menschen entwicklungsgeschichtlich vorgesehen und in normalen Mengen (circa 1%ige Verdünnung) und in natürlicher Form gut verträglich. Synthetische ("naturidentische") Öle enthalten mindestens 3% eher unverträgliche (oft chlorierte) Trägersubstanzen, die zu Problemen führen können. Standardisierte (natürliche) Öle, beispielsweise "Apothekenöle" nach DAB, können je nach Zweck und Firma auch synthetische Anteile enthalten.


Kampfer ist ein Monoterpen-Keton (und heißt in der Fachsprache Borneon), gehört also zur ersten Gruppe und ist nur in ganz wenigen äth. Ölen enthalten, bei den gängigen nur in Rosmarin Ct. Kampfer und Ct. Cineol sowie in den Blättern des schönen "chinesischen" Kampferbaumes (andere Kampferbaumarten haben wieder ganz andere Inhaltsstoffe). Der Baum duftet wie Wick Vaporub. Dieses spezielle Öl gehört in die Hände von fachkundigen Aromatherapeuten und Pharmafirmen, sollte nicht von Laien verwendet werden und wird auch oft nicht von den guten Firmen verkauft.
"Darf nicht für Kinder verwendet werden" stimmt und auch nicht von Schwangeren oder Epileptikern. Mit der Entzündungshemmung ist es nicht so ganz klar, da gibt es wesentlich bessere ätherische Öle wie Kamille blau und Rose oder Weihrauch. Und ja, weder Kampfer noch Rosmarinöl sollte gleichzeitig mit hochpotenzierten homöopathischen Mitteln verwendet werden. Und auch ja, Kampfer wirkt stark schleimlösend und wirkt erfrischend, kreislaufstabilisierend und konzentrationsfördernd, ist also für erwachsene erkältete Menschen hilfreich. Es wird vor allem über den Nervus trigeminus (Drillingsnerv im Gesichtsbereich) "gerochen" und wurde früher zur Behebung von Ohnmacht verwendet. Es kann sich jedoch bei übertriebener und langer Anwendung in Nerven- und Leberzellen negativ bemerkbar machen.
Vielleicht können Sie ahnen, das man allein über ein einziges Öl sehr viel sagen kann, und wir haben circa 150 im Verkauf für Nicht-Parfümeure zur Verfügung. Mehr auf den Chemie-Seiten auf meiner Website.

Dienstag, 10. März 2009

And the winner is... ALEXANDRA


Anlässlich der/des 5555. Besucherin/s meines erst drei Monate jungen Blogs hatte ich eine Verlosung unter allen KommentatorInnen des Fußbad-Posts angekündigt. Heute fand sie statt. Meine liebe Schwiegermutter Hanna, deren 75sten Geburtstag wir vor einigen Tagen im Südschwarzwald gefeiert haben, hat sich von der Korrektheit der 23 Lose von 23 Kommentatorinnen überzeugt und sich als Glücksfee zur Verfügung gestellt. Ein signiertes Buch "Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe" (4. Auflage, Wert 39,95 Euro) gewonnen hat: ALEXANDRA! Herzlichen Glückwunsch!!!! Kennen wir uns? Dann bräuchte ich mehr Infos zwecks Identifizierung. Und wenn wir uns nicht kennen, liebe Alexandra, dann bräuchte ich eine Postadresse, an die ich das Buch schicken kann (möglichst solange ich noch in Deutschland weile, also bis kommenden Montag). Oder sollte es statt des Buches eine Duft-Überraschung sein?

Montag, 9. März 2009

Video zur Destillation von Lavandin

Ich bin auf Reisen, zur Zeit in der Nähe von Basel, das Wetter ist hier auch nicht besser als zur Zeit zu Hause in Irland. Wer Lust auf ein bisschen Sommer-Lavendelduft-Flair hat, kann sich das Lehrvideo des ACHS (Australasian College of Health Sciences, diese renommierte Schule lehrt unter anderem Aromatherapie) zur Destillation von Lavandin (Lavandula x intermedia) anschauen. Es besteht aus zwei Teilen und Robert Seidel führt in 18 Minuten (in englischer Sprache) durch die wesentlichen Aspekte einer traditionellen Destillation auf der Sherwood Lavender Farm in Sherwood Oregon.



Wer es noch südlicher mag, kann sich nach Florida "beamen" und ein kurzes Filmchen über einen Ylang Ylang Baum mit seinen bezaubernden grünlich-gelben Blüten zu Gemüte führen, viel Spaß:

Donnerstag, 5. März 2009

Allergien

Für diejenigen, die meine kleine Umfrage vor einigen Wochen nicht mehr in Erinnerung haben: Es wurde mehr abgestimmt als üblicherweise Kommentare zu meinen Posts geschrieben werden, ich danke euch dafür. Zwar ist diese kleine Abstimmung nicht "wissenschaftlich", doch sie repräsentiert doch auf beruhigende Weise, dass Allergien gegen ätherische Öle längst nicht so verbreitet sind wie von offizieller Seite oft behauptet wird. Ich meine mich zu erinnern, dass in Allergiestatistiken von betroffenen 4 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird, das betrifft jedoch allergische Reaktionen gegen vielerlei Stoffe, nicht nur gegen Duftstoffe. Also scheint diese Umfrage tatsächlich einigermaßen an die Realität heran zu reichen.

Hundenäschen


Ich muss öfters Anfragen mit "ich weiß nicht" beantworten, wenn es um ätherische Öle für Hunde geht. Zwar gibt es ein ganz tolles Buch (auf englisch) zum Thema und auch unser Border Collie kommt schon mal in den Genuss von ätherischen und fetten Ölen, doch ich bin diesbezüglich weit entfernt von meiner Erfahrung in der Behandlung mit Zweibeinern. Darum musste ich immer wieder einen "Fußtritt" in Richtung Nord-Deutschland schicken, denn da sitzt eine ganz erfahrene "Rudelsführerin", die mal eine Ausbildung zur Hunde-Aromatherapeutin gemacht hatte. Wir lernten uns während ihres Fernkurses kennen, denn etliche Seiten, die sie zugeschickt bekommen hatte, waren ihr irgendwie schon vertraut gewesen... So hat sie ihre Erkenntnisse aus einer langjährigen Ausbildung zur Aromaexpertin (für Menschen) bei einem bekannten Öleanbieter über die Jahre an die Behandlung von Hunden übertragen.
Mein wohlmeinender Fußtritt hat nun gefruchtet. Neben ihrer Arbeit als Krankenschwester betreut die engagierte Gaby Sievers zwar noch etliche traumatisierte Fellnasen, sie schreibt auch an einem Buch zum Thema und sie erarbeitet zusammen mit einer Apotheke Rezepturen speziell für Hunde... doch sie wird uns ab und zu einen Einblick in ihre Arbeit geben, schaut einfach auf ihrem Blog nach!

Mittwoch, 4. März 2009

Primavera nun auch mit Blog


Man bloggt immer mehr im Aroma-Land: Ab sofort kann bei Primavera "diskutiert" werden. Zum neuen Erscheinungsbild, das auf der internationalen Biofach-Messe im Februar in Nürnberg vorgestellt wurde gibt es eine renovierte Website samt Blog. Die Produkte tragen ein bis dato in Deutschland unbekanntes Biosiegel, welches nicht nur für Naturkosmetik garantiert, sondern noch einen Schritt weiter geht. Die Verbraucherin kann nun erkennen, ob die Inhaltsstoffe auch aus biologischem Anbau stammen, die strengste Stufe des Siegels fordert, dass 95 Prozent der Rohstoffe "bio" sind. Eine gute Übersicht von drei Strenge-Kriterien findet man im Blog von Sabrina. Welche Produkte von welchen Naturkosmetik-Firmen das Siegel bereits tragen, ist auf der Website von NaTrue nachzulesen.

Dienstag, 3. März 2009

Was Asthma & Co. und Prüfungsstress gemeinsam ist


Menschen, vor allem Kinder, die zu spastischen (obstruktiven) ATEMWEGSERKRANKUNGEN neigen, habe ich im gestrigen Post von der Behandlung mit eukalyptusartigen ätherischen Ölen vorsichtshalber ausgeschlossen. Aber auch für sie gibt es eine wohltuende und prima duftende Linderung bzw. Ergänzung zur "schulmedizinischen" Behandlung. Sie profitieren von einem regelmäßigen Orangenbäumchen-Bad, das mit den Ölen der Blüten, der Blätter und der Fruchtschale von Zitrusfrüchten angereichert wird (Foto). Denn oft führen psychische Faktoren, ja Disstress, zur Verschlimmerung der verengenden Erregbarkeit der Bronchien. Wenn wir dann noch die Wirkung dieser Öle, vor allem des Blätteröles, gegen die die Lunge angreifenden Bakterien in Betracht ziehen, haben wir es wirklich mit einem perfekten Mix für diese kleinen PatientInnen zu tun. Er kann dann auch in selbstgemacht Brustsalben eingerührt werden, welchen viel angenehmer für die feinen Kindernäschen riechen als die herkömmlichen “scharfen”-eukalyptischen Einreibungen.

Diese Ölemischung hilft auch gegen Prüfungs-Bauchweh: Für Kinder, die aufgeregt vor Prüfungen und auch vor Arzt-/Krankenhausbesuchen sind, ja sogar Angst haben, vielleicht deswegen Durchfall und Bauchschmerzen bekommen, ist dieser feine und entkrampfend wirksame Duft auch bestens geeignet. Neroli beruhigt zudem einen zu schnellen, unruhigen Herzschlag. Man nehme
  • 7 ml/140 Tropfen (Bitter-)Orangen-Öl
  • 2 ml/40 Tropfen Petit Grain-Öl (die Blätter eines Zitrusbaumes
  • 5 Tropfen Neroli-Öl (Orangenblütenöl, teuer!)
Fünf bis maximal sieben Tropfen davon auf einen Eierbecher voll Honig oder Sahne (Schlagobers) gegeben und fertig ist das ultimative Loslass-Vollbad mit stimmungsaufhellender “Nebenwirkung”. Oder drei Tropfen auf ein feuchtes Handtuch geben und auf die Heizung legen. Oder fünf Tropfen in eine saubere Duftlampe geben.


Für Kinder (und Erwachsene), die eher von KONZENTRATIONSPROBLEMEN geplagt sind, habe ich die unten stehende Prüfungs-Mischung gemacht. Sie wird so angewandt, dass Kopplungsmechanismen aktiviert werden, im NLP nennt man das Anker. Deswegen ist es sehr wichtig, dass diese Mischung NUR beim Lernen/Vorbereiten für das betreffende Fach geschnuppert wird, beispielsweise in der Duftlampe, auf einem Papiertaschentuch oder mittels eines praktischen Roll-on, wie rechts abgebildet (man kann sie leer erwerben und mehrmals nachfüllen. Viel sicherer als Kerzen-Duftlampen sind übrigens elektrische Duftlampen, wie beispielsweise die Duftlampe Flash (Abbildung links), die es in mehreren Farben gibt, die richtig schick ist und ein wunderschönes Licht ausstrahlt.
Beim entsprechenden Wiederholen immer den Duft dabei haben, mindestens dreimal! Das Gehirn koppelt sehr schnell den Lerninhalt des schwierigen Faches, sagen
wir Physik, an diesen besonderen Duft. Physik riecht also nach Petit Grain (auf die Gefahr hin, dass das Öl bzw. die Mischung mit der Zeit unbeliebt werden). Wie beim berühmten Pawlowschen Hund, der beim Füttern immer eine Glocke zu hören bekam. Nach kürzester Zeit braucht er nur noch die Glocke zu hören und schon läuft ihm der Geifer, er erwartet also sein Futter. 
Dieser Mechanismus funktioniert bei uns Menschen bestens und wir können ihn bei uns oder bei unseren Kinder nutzen: Einfach das Duftfläschchen mit in die Prüfungs- oder vielleicht Bewerbungssituation mitnehmen und daran schnuppern. Am besten einige Tropfen auf ein Papiertaschentuch träufeln und dieses in die Brusttasche, in den BH oder in das Federmäppchen tun. 
Danach wieder weg tun, damit die Kopplung nicht verwischt wird.Und auch bei anderen Lernfächern nicht verwenden, dafür andere Mischungen verwenden. Wenn man für jüngere Kinder noch eine Prise Hokuspokus-Zauberspruch dazu gibt (“diese Öle-Mischung verleiht dir Zauberkräfte”, “diese Ölemischung dient zwar dem Pfuschen, die LehrerInnen können sie dir aber nicht verbieten...”), ist der Erfolg vorprogrammiert.
Mein Rezept-Klassiker für eine Grundmischung zur Stabilisierung der Konzentration:
  • 
4 ml Zitronen-Öl (maximal 3/4 Jahr nach Öffnen)
  • 
3 ml Petit Grain (die Sorte, die man mag oder am besten bekommt)
  • 
1 ml Kardamom-Öl
  • 
1 ml Pfefferminze-Öl
  • 
1 ml Zypresse
Von dieser Grundmischung nur jeweils wenige Tropfen verwenden! Wer nicht so viele Öle zu Hause hat oder wem das schlicht zu umständlich erscheint, kann sich auch fertige fein duftende Mischungen mit ähnlicher Zusammensetzung (mit oder ohne Duftstein zum Drauftropfen) [einfach auf Bilder klicken!].

Montag, 2. März 2009

Ätherische Öle für die Atemwege


Einige von euch berichten, dass sie Magenprobleme und Übelkeit von Gelomyrtol bekommen haben. Ihr könntet stattdessen Soledum probieren, über das ich hier schon mal kurz schrieb. Es enthält nur einen dieser drei Inhaltsstoffe, nämlich das 1,8-Cineol und ist sehr viel besser verträglich. Soledum zum Inhalieren ist laut Waschzettel bereits für Kleinkinder zugelassen. Man nimmt die Variante in Kapseln auf nüchternen Magen, weil es ansonsten bei den meisten Menschen stundenlang nach der Vermischung mit dem Speiseberei auftstößt. Aber wenn einem der frisch-eukalyptusmäßige Atem nichts ausmacht, spricht - soweit ich weiß - nichts dagegen, es nach dem Essen zu nehmen. Es wird dann etwas weniger resorbiert. Beide Mittel helfen dem Körper bei Erkrankungen der oberen und der unteren Atemwege. In Österreich kommt man wohl nur schwer an Soledum Kapseln und hat dort als Alternative auch ein prima Mittel: Tavipec, welches als Wirkstoff Speiklavendelöl hat. Auf deren Website sind gut verständliche Erklärungen zu Atemwege-Themen. Allerdings hat sich dort ein gravierender Foto-Fehler eingeschlichen: Deren (und für euch, die die Pflanze nicht kennen, auch mein) Abbildung zeigt nicht Speiklavendel, sondern Schopflavendel (Lavandula stoechas)!!! Diese wunderschöne Pflanze mit den "Propellern" auf den Lavendelköpfchen enthält bekanntlich einen hohen Anteil an nicht sehr gut verträglichen Monoterpen-Ketonen. Speiklavendel hingegen enthält einen recht gut verträglichen Anteil an Kampfer (auch ein Monoterpen-Keton). Speiklavendel ist ähnlich frostempfindlich, sieht aber mehr oder weniger wie "normaler" Lavendel aus, nur sind die Blätter etwas breiter, daher auch der wissenschaftliche Name Lavandula latifolia (latus=breit, weit).

PS. Auf mein Kreativitäts-Blog habe ich heute ein Rezept für eine delikate Rosenbowle gepostet. Passt nicht so ganz hier hin zu Husten, Eukalyptus und Bakterien!

PPS. Mich hat gestern eine Wespe gestochen, die von mir unbemerkt in meinen Ersatz-Gartenhandschuhen überwintert hatte. Als es bereits anfing, dick zu werden, wollte ich einen Tropfen Rosmarin Ct. Borneon (Kampder) drauf geben, doch der Tropfer ließ mindestens 5 Tropfen rausschießen. Nach einer knappen Stunde war nichts mehr außer ein roten Pünktchen zu sehen und zu spüren.

Sonntag, 1. März 2009

Atemwege und ätherische Öle

Mittlerweile kennt wohl fast jeder Arzt Gelomyrtol, die Kapseln, welche bei Infekten der unteren Atemwege sogar von hartgesottenen "SchulmedizinerInnen" verschrieben oder empfohlen werden. Sie bestehen aus 1,8-Cineol (Haupt-Inhaltsstoff von Cajeput, Ravintsara, Eukalyptus, Myrte und Niaouli), Limonen (Haupt-Inhaltsstoff von Zitrusölen) und Alpha-Pinen (in Nadelölen). Diese Mischung nennt sich Myrtol. Intereressant ist die so genannte Bioverfügbarkeit von Myrtol: sie beträgt 95,5 Prozent, das heißt dass dieses Phytomedikament fast komplett dem Körper für Heilungsprozesse zur Verfügung steht. Im Unterschied dazu kann der menschliche Körper nur 10 Prozent des bekannten Schleimlösers ACC verwerten. Irgendwie Geldverschwendung, oder? Diese Info habe ich von einem Arzt (Dr. E. Häringer), der auch sagte, dass man verschleimten und hustenden Kindern nicht (oder nicht so oft) Ambroxol oder ACC geben solle, das schade auf Dauer mehr als dass es nutze. Er empfiehlt bei dieser Beschwerde Phytobronchin (von Steigerwald). Das betrifft natürlich nicht Kinder mit chronisch-obstruktiven Erkrankungen der Atemwege, diese benötigen oft härtere Mittel.
Übrigens hier eine kleine Erläuterung der zwei oft in Aromatherapie-Büchern erwähnten Begriffe:
  • mukolytisch bedeutet schleimlösend, der Schleim in den Atemwegen verändert sich in seiner chemischen Struktur und wird dünnflüssiger.
  • expektorativ bedeutet dass der Schleim besser abgehustet werden kann, weil sich die Schlagfrequenz der winzigen Flimmerhäarchen in den Bronchien erhöht, wie eine Rolltreppe können sie den hoffentlich verflüssigten Schleim nach oben abtransportieren.
Also sind beide Wirkungen wichtig bei Erkältungen (ja, ich huste zur Zeit!). Viele ätherische Öle erfüllen diese Anforderungen, sie müssen aber dazu nicht zwangsläufig eingenommen werden, Inhalationen und Einreibungen funktionieren auch. Auch das feuchte Handtuch auf der Heizung, mit zwei bis vier Tropfen ätherischen Öles präpariert, ist eine wertvolle Hilfe. Und natürlich ein aromatisches Bad: fünf bis maximal 10 Tropfen mit etwas Honig oder Sahne vermischen und ins fertig eingelaufene Bad geben (zu früh rein gegeben verdunstet zu viel im Badezimmer). Die Resorption eines ätherischen Öles erhöht sich übrigens um ein Zehnfaches, wenn die feucht (und etwas aufgequollen) ist. Zudem verdoppelt sich die Resorption nochmals je 7.5 Grad Temperaturerhöhung (des Badewassers). Ein hoch auf die Badewanne!