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Dienstag, 2. Februar 2010

Lavendelöl innerlich eingenommen wirkt gegen Angst

Sabrina hat eine interessante Meldung auf ihrem informativen Blog: Seit gestern gibt es ein Produkt aus Kapseln, welche mit Lavendelöl gefüllt sind. Laut einer Studie von Prof. Siegfried Kasper (Medizinische Universität Wien), die im vergangenen September auf einem Phytotherapie-Kongress veröffentlicht wurde, kann sich dieses Mittel (in den Studien Silexan, jetzt Lasea) mit Diazepam, das normalerweise als Anxiolytikum (gegen Ängste) verschrieben wird, ohne Probleme messen, nur dass es kaum Nebenwirkungen habe (eventuell Aufstoßen mit Lavendelgeschmack und leichte Magen"unruhe").

    Die Indikation lautet: Unruhezustände und ängstliche Verstimmung bei Erwachsenen (ab 18 Jahre, für Kinder gibt es noch keine Erkenntnisse über die Verträglichkeit). Laut Prof. Kasper wurde diese Zubereitung an 700 Erwachsenen getestet und mit Lorazepam, ein Benzodiazepin, verglichen.
    • Lasea, 80 mg Lavandula angustifolia(standardisiert), Spitzner Arzneimittel GmbH (eine Tochterfirma von Wilmar Schwabe GmbH & Co. KG)
    • 14 St.(5489603) 9,79 Euro
    • 28 St.(5489626) 17,98 Euro
    • 56 St.(5489632) 29,95 Euro
    Eine Studie über Silexan/Lasea besagt, dass das Produkt sechs Wochen lang an 200 Patienten untersucht wurde [Woelk H, Schläfke S. A multi-center, double-blind, randomised study of the Lavender oil preparation Silexan in comparison to Lorazepam for generalized anxiety disorder. Phytomedicine (2010) Vol 17(2);94-99]. Die Wirkung beider Produkte erklärt sich über eine Hemmung der präsynaptischen spannungsabhängigen Kalziumkanäle an der Zellmembran. Das Produkt führt nicht zu einer Gewöhnung, kann langfristig eingenommen werden und wirkt nicht sedierend, ist also für Autofahrer geeignet. Seine optimale Wirkung entfaltet es erst nach zwei Wochen und führt danach sogar zu einem verbessertem Schlaf, was für angstgeplagte Menschen auch eine Erleicherung sein kann.
    Bereits 2007 wurde eine klinische Phase II Studie, die von der Charité in Berlin und der Firma Schwabe durchgeführt wurde, veröffentlicht. Es wurden 50 Patienten sechs Wochen lang mit Lasea behandelt, sie litten unter Neurasthenie (totale Erschöpfung), Postraumatischen Störungen und psychosomatischen Berschwerden, die Verbesserungen waren signifikant. [Stange R, Schaper S, Uehleke B, Dienel A, Schlaefke S. Phase II study on the effects of lavender oil (Silexan) in patients with neurasthenia, post-traumatic stress disorders or somatisation disorder. Focus Altern Complement Ther 2007; 12: 46].
    Ich wittere einen riesigen Markt! Anhand dieser Produkte können wir höchstwahrscheinlich ab sofort sehen, wie sowas läuft. Ich denke, dass wir in naher Zukunft solche Lavendelölkapseln in jedem Drogeriemarkt finden werden, vermutlich auch billiger als die Originalprodukte. So können wir verstehen, warum es für die meisten Forscher uninteressant ist, sich mit ätherischen Ölen zu befassen. 700 Menschen nach wissenschaftlichen Vorschriften durchzutesten kostet richtig viel Geld. Dann zu sehen, dass sich andere Firmen drauf stürzen, kaum dass die Ergebnisse veröffentlicht sind, ist einerseits menschlich frustrierend, aber eben auch finanziell nicht lukrativ, weil die Mitbewerber das Produkt dann billiger abgeben werden.


    Wir in Aromapraxis- und therapie Erfahrenen könnten eventuell unser Lieblings-Bio-Lavendelöl selbst in Gelatine-Leerkapseln abfüllen und für familiäre Anwendungen einsetzen, denn obige Preise sind schon heftig! Denn dass Lavendelöl eingenommen - oder sogar feinschmeckerisch genossen - werden kann, wissen wir spätestens seit Maria Kettenring's leckeren Lavendel-Eiscreme-Rezept!
    Uns kann es natürlich egal sein, Hauptsache angstgeplagte Menschen haben eine Alternative oder zumindest Ergänzung zu den Beruhigungs-Hämmern, die sie abhängig machen können.
    Annegret hat die Zusammensetzung heraus gefunden (danke und hallo nach Hamburg):
    • Lavendelöl 80 mg
    • Carminsäure +
    • Gelatine polysuccinat +
    • Glycerol 85% +
    • Patentblau V, Aluminiumsalz +
    • Rapsöl, raffiniert +
    • Sorbitol +
    • Titan dioxid 
    Bitte lasst mich wissen, wann und wo und zu welchem Preis und welcher Kapselgröße ihr Lavendelkapselpackungen von anderen Firmen in nächster Zukunft entdeckt!

    Kommentare:

    Ines hat gesagt…

    Nur schade, dass es für die Zulassung als Arzneimittel mal wieder stardardisiert werden muß.

    Ich zitiere mal aus einer Nachricht von Volkmar:

    "Das Phytopharmakon enthält nach Angaben der Spitzner Arzneimittel GmbH ein qualitativ hochwertiges, standardisiertes Lavendelöl, in dem die wirksamkeitsrelevanten Inhaltsstoffe Linalool und Linalylacetet angereichert sind."

    Und was versteht ein Pharmakonzern eigentlich unter einem hochwertigen ätherischen Öl?


    LG
    Ines

    Annegret hat gesagt…

    Liebe Eliane,

    bei einer Online-Apotheke habe ich

    LASEA Weichkapseln
    Packung: 56 ST
    Hersteller: Spitzner am GmbH
    für 18,66 € entdeckt.

    Diese Zusammensetzung von Lasea Weichkapseln habe ich bei einer Online-Apotheke gefunden:
    Zusammensetzung (bezogen auf 1 Stück Keine Angabe)

    • Lavendelöl 80 mg
    • Carminsäure +
    • Gelatine polysuccinat +
    • Glycerol 85% +
    • Patentblau V, Aluminiumsalz +
    • Rapsöl, raffiniert +
    • Sorbitol +
    • Titan dioxid


    Die Zusatzstoffe, die Standardisierung und – wie schon angesprochen – die fragliche Qualität des Lavendelöles, sind weniger schön.

    Viele liebe Grüße aus Hamburg
    Annegret

    Denise :-) hat gesagt…

    Sind die Kapseln magensäureresistent oder nicht? Ich nehme an eher nicht, weil der Lavendelgeruch aufstösst.

    Warum kann man eigentlich nicht einfach Lavendel mit einem fetten Öl mischen und in einer pflanzlichen Kapsel verabreichen oder in Joghurt auflösen?

    Gelatine (wahrscheinlich die Kapsel), Aluminiumsalz, Sorbitol, ... lösen bei mir immer ein Gefühl von Unwohlsein aus. Warum brauchen wir diese chemischen Zusätze und was sind die Konsequenzen???

    Trotzdem, der Schritt geht in die richtige Richtung, weg von Diazepam und Konsorten. Gut zu wissen!

    Wieder einmal dank Dir, Eliane, und ganz liebe Grüsse.

    Denise

    Ursula hat gesagt…

    Vielen Dank für die Information zu dem Präparat und die Zusammensetzung. ich hatte schon vorher gelesen, daß diese Untersuchungen das Highlight auf dem Kongress gewesen sein sollen.Von einem hochkonzentrierten, standardisierten Lavendelölextrakt kann doch wohl nicht die Rede sein bei 80 mg Lavendelöl http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2010/01/14/standardisiertes-lavendeloel-gegen-unruhe.html
    Wieviel Tropfen sind dies?
    Bei Lorazepam: m statt n

    Ursula

    Ursula hat gesagt…

    Nach "Wabner" sind 25 Tropfen ca. 1ml. Fehlt nur der Zusammenhang von ml zu mg.
    Auf jeden Fall kann man schon sehen, daß man Unmengen von Lavendelöl konsumieren kann. Nicht nur 3x 1 Tropfen, wie bei anderen ätherischen Ölen i. A..
    Ich habe mal im Laufe des Vormittags 10x 1 Tropfen zu mir genommen, jeweils 10 Minuten im Mund eingespeichelt - Speichel wirkt als Emulgator und merke eine Besserung meiner permanenten Kopfschmerzen.

    Ursula

    "fabuscreativ" hat gesagt…

    Oh das tönt ja wirklich interessant!!!Die könnte ich nehmen bevor wir in den Urlaub fahren....da hab ich immer solche Panik,die mir dann auch auf den Darm schlägt ;-((
    Kann ich nicht Lavendelöl in Yoghurt einnehmen????
    Liebe GRüsse GabiB.

    Anonym hat gesagt…

    Liebe Ursula,
    ich habe mich auch immer gefragt, wieviel ml sind ein mg, also:
    1mg = 0,001 ml
    1ml = 25 Tropfen ÄÖ (jedenfalls ca.)
    80mg Lavendel = 0,08ml = 2 Tropfen
    Es ist also relativ wenig.

    Es gibt übrigens einen Emulgator für die orale Einnahme von ÄÖ namens Solubol. Dieser wird in Frankreich von den Aromatherapeuten benutzt. Mischt man 1ml ÄÖ mit 4ml Solubol und 5ml eines Hydrolats, schüttelst es, erhält man in 24 Tropfen genau 80mg ÄÖ. Diese Mischung ist Magensaftresistent und löst sich erst im Dünndarm auf. Habe ich bei XING (Aromatherapie) gelesen. Der Beitrag steht unter dem ätherische Öle Forum und ist von Thomas Krummer (steht auch die Zusammensetzung des Emulgators dabei). Das wäre doch eine Alternative zu den Lasea Kapseln.
    LG
    Natascha

    Ursula hat gesagt…

    Danke Natascha,

    da bin ich aber froh, daß man mit 2 Tropfen schon eine gute Wirkung erzielen kann.
    Was den Emulgator angeht, so schreibt Dietrich Wabnerin seiner Aromatherapie:
    "Lange (über 10Min.) einspeicheln, ohne hinunterzuschlucken. Der Speichel ist ein erstaunlich guter Emulgator (mit z.B. Lezithin)."(S.94)
    Für Öle, die erst im Darm wirken sollen oder den Magen schädigen, könnte man ja dann das Solubol nehmen. Auf jeden Fall danke für den Tipp.

    LG Ursula

    Ursula hat gesagt…

    Die Dosierung von Lasea ist offenbar "eine pro Tag" http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2010/01/14/standardisiertes-lavendeloel-gegen-unruhe.html
    das wäre ja dann weniger als von anderen ätherischen Ölen.

    Sabine hat gesagt…

    Hallo Eliane,

    Ich habe im Netz von der Firma Natura Vitalis die Relax Kapseln gefunden!Die enthalten unteranderem auch Lavendelöl! Beschrieben sind sie als "Glücksboten" für die Nerven! (na ja bei sovielen B Vitaminen)

    Inhaltsstoffe u.a.: B1, B2, B5, B6, B 8, B 12, Cholin, Inositol, Folsäure, Niacinamide, PABA und Lavendel.

    Die Tagesdosis (2 Kapseln) enthält: 2,8 mg Vitamin B1,6 µg Vitamin B12, 3,4 mg Vitamin B2, 36 mg Niacin (Vitamin B3), 12 mg Pantothensäure (Vitamin B 5), 3,6 mg Vitamin B6, 150 µg Folsäure, 150 mg Vitamin C, 24 mg Vitamin E, 66 µg Biotin und 10 mg Lavendelöl.

    Das Produkt ist seit 2005 im Katalog von diesem Shop. 120Kapseln kosten übrigen 24,98€

    Was hält´s du davon???


    Schöne Grüße
    Sabine

    Anonym hat gesagt…

    Lasea Weichkapseln nehm ich regelmäßig seit ein paar Monaten und sie helfen mir wunderbar. Ich kann wieder ohne Problem einschlafen - denn ich muss nicht mehr ständig grübeln. Ohne Lasea brauchte ich lange - bis ich endlich einschlafen konnte.
    Außerdem ging es mir im allgemeinen besser - denn sie halfen auch - den Stress besser zu verkraften.
    Kann ich nur empfehlen.

    Das Unwohlsein hatte ich nur in der ersten Woche - dann war es weg. Aufstoßen tut der Lavendel immer noch - aber nur kurz nach der Einnahme und ist es auch wieder gut.