ZUM FINDEN VON THEMEN, DIE SICH NICHT IN DER SEITENLEISTE (RECHTE SPALTE) BEFINDEN, KÖNNEN SIE EIN STICHWORT IHRER WAHL IM WEISSEN FELD MIT DER KLEINEN LUPE, GANZ LINKS OBEN IN DER BLAUEN LEISTE, EINGEBEN!

Montag, 31. August 2009

pause

Leider hat uns unsere Satelliteninternet-Firma den Saft mehr oder weniger abgedreht, ich muss ein paar weitere Tage pausieren ;-(

Mittwoch, 26. August 2009

Fette Pflanzenöle und UV-Licht

Jamina hat mich auf das Thema unstabile Öle und Sonne hingewiesen, vielen Dank für diesen Hinweis! In Kürze: Öle, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind - wie das gestern genannte Wildrosenöl - fürchten nicht nur den Sauerstoff in der Luft sondern auch eine bestimmte Wellenlänge des UV-Lichtes. Darum sind sie nicht für den dauerhaften Einsatz in sengender Sonne geeignet. Besser ist noch, sie im Sommer nur nachts und im Winter auf sonnenexponierter Haut zu verwenden. Mehr zum ThemaFette und Sonne auf der sehr empfehlenswerten Seite von Heike Käser Olionatura.

Dienstag, 25. August 2009

Pigmentflecken und Wildrosenöl


Pigmentflecken sind ein Thema, zu dem man zwar hin und wieder einen „Geheimtipp“ lesen oder hören kann, jedoch so richtig überzeugt hat mich bislang nur die Verwendung von Hagebuttenkernöl (Wildrosenöl).


Die Flecken können, soweit ich weiß, unterschiedliche Hintergründe haben. Oft sind es „Altersflecken“, die wegen oxidierter Lipide, also fettartigen Substanzen, in der Haut, entstehen. Die Haut verrostet sozusagen. Ob in der Schwangerschaft durch die Hormonumstellungen der Effekt auch so erfolgt, weiß ich nicht. Manchen Frauen hat das fette Öl aus den Kernen der Hagebutte (also der Frucht der meisten Rosenarten) sehr gut bei "Altersflecken" geholfen.
Für diesen Zweck nicht so stark verdünnt wie das Wildrosenöl einer bekannten anthroposophischen Kosmetikfirma verwenden, sondern höher dosiert: Circa 35 ml reines Wildrosenöl und 15 ml Mandel- oder Jojobaöl (oder ein anderes preiswerteres "kalt gepresstes" [natives] Pflanzenöl) mischen. Dazu 10 Tr. Karottensamenöl, 5 Tr. Zitronenöl und wenn es vom Duft gewünscht wird (Karottensamenöl riecht etwas gewöhnungsbedürftig) ein oder zwei Tropfen Rosen- oder Rosengeranienöl dazu geben.
Hagebuttenkern/Wildrosenöl ist ein traditionelles Hautheilungsöl aus Chile und wurde an der Universität von Santiago de Chile ausgiebig gegen Narben und Falten untersucht, nebenbei hat man diesen antioxidativen Effekt beobachtet. Dort werden die Kernchen aus den Hagebutten von Rosa mosqueta (Foto weiße Blüten oben) zu Öl gepresst. In Europa extrahiert man das Öl aus Rosa rubiginosa und anderen Rosen, beispielsweise mit Kohlendioxid. Das fette Öl enthält circa 1 Prozent trans-Retinolsäure (Vitamin-A-Säure), die einzigartig im Pflanzenölbereich ist, sie wird für die ungewöhnlich regenerativen Eigenschaften mit verantwortlich gemacht. Es enthält ferner (laut Ruth von Braunschweig 'Pflanzenöle'):
  • 15 Prozent Ölsäure
  • 40 Prozent Linolsäure
  • 35 Prozent alpha-Linolensäure
In kalt gepresster Form wird es extrem schnell ranzig und stinkt nach wenigen Wochen fischig-tranig, also eher in Kapseln kaufen oder leicht raffiniert und schnell verbrauchen.
Momentan gibt es in vielen Antiquariaten das wunderschöne Buch ‚Wildrose – Eine Heilpflanze verwandelt das Feuer’ von der fotografierenden Apothekerin Christina Kiehs-Glos für circa 5 Euro zu kaufen, es lohnt sich.


Sie beschreibt ihre Reise(n) durch Chile, ihre Begegnungen mit Wildrosen, ihre Beobachtungen über den Jahreszyklus dieser faszinierenden Pflanzen in wunderschöner Sprache und illustriert ihre Texte mit traumhaften Makroaufnahmen. Ich sah mal etliche ihrer Kunstwerke auf einer Ausstellung in einer Zahnarztpraxis – einfach stimmungsvoll!


Wer hat bereits Erfahrungen mit ätherischen und fetten Ölen bei Pigmentflecken sammeln können? Wie und mit welchen Ölen? Hat jemand Erfolge mit ZitronenSAFT verzeichnen können?

Freitag, 21. August 2009

Ätherische Öle in der Schwangerschaft

Ich bekomme immer wieder verunsicherte Anfragen, ob und welche ätherischen Öle eine Frau während der Schwangerschaft verwenden kann. Dazu zunächst zwei Hinweise:

  • In seriösen Büchern wird manchmal mehr gewarnt als im realen Leben tatsächlich nötig wäre. Denn als Autorin kenne ich ja nur wenige meiner Leserinnen und kann nicht ahnen, ob unbekannte Leserinnen beispielsweise einen Hang zum Übertreiben haben wie "was, nur zwei Tropfen, das ist doch alles Natur, ich nehme mal 10 Tropfen". Darum versuche ich - wie auch viele KollegInnen - möglichst niedrige Rezepturen zu veröffentlichen und auch Warnungen vor bestimmten Ölen auszusprechen, die wir im wirklichen Leben dennoch einsetzen würden oder eben höher dosieren würden.
  • Die Nase einer schwangeren Frau ist meistens extrem sensibel, manchmal ist sie schon durch Allerweltsgerüche so gereizt, dass der betreffenden Frau oft schlecht wird. Meine und unsere Erfahrungen sind, dass schwangere Frauen sehr gut "der Nase nach" gehen können und ein sehr genaues Gespür haben, welche Öle sie wann und in welchen Mengen einsetzen können.

Im Folgenden dennoch ein paar grundsätzliche Hinweise zum Gebrauch von ätherischen Ölen in dieser Zeit, in der frau ein anderes - hochempfindliches - Lebewesen schützen muss. Die Anlagen des werdenden Menschen entstehen vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel (Trimenon), anschließend wachsen und verfeinern sich die angelegten Organe und Körperteile; in diesen nun folgenden beiden Dritteln geht es im Wesentlichen um das Wachstum. Somit sind besonders in den ersten zwölf bis fünfzehn Wochen der Schwangerschaft toxische Substanzen sowie alle Öle zu meiden, die stark durchblutungsfördernd und somit blutungsauslösend oder gar krampfartige Erscheinungen auslösend wirken könnten. Insbesondere sind sehr empfindliche Frauen und solche mit bereits unglücklich verlaufenen Schwangerschaften von diese Warnhinweisen betroffen, gesunde Frauen können bei entsprechender Indikation und betreut durch eine sachkundige Hebamme auch die folgenden Öle verwenden.

  • Achillea millefolium, Schafgarbe (wegen des Kampfergehaltes, der einen starken Einfluss auf das Nervensystem hat und durchblutungsfördernd wirkt)
  • Cinnamomum verum cort & fol, Zimtblätter und Zimtrinde aus Sri Lanka und Cinnamomum aromaticum, Cassiazimt aus China (wegen der extrem starken Durchblutungsförderung)
  • Foeniculum vulgare, Fenchel (wegen der leicht östrogenähnlichen Wirkung)
  • Melaleuca viridiflora, Niaouli (weges des den Hormonhaushalt regulierenden Inhaltsstoffes Viridiflorol)
  • Pimpinella anisum, Anis (wegen der leicht östrogenähnlichen Wirkung)
  • Aloysia triphylla/Lippia citriodora (wegen der bei manchen Frauen wehenauslösenden Wirkung)
  • Salvia officinalis, Salbei (wegen der leicht östrogenähnlichen Wirkung und des manchmal hohen Gehaltes an Thujon und Kampfer, die einen starken Einfluss auf das Nervensystem haben, Thujon wirkt im Labor abortiv)
  • Ocimum basilicum, Basilikum (wegen des bei manchen Ölen hohen Gehaltes an Methylchavicol, welches einen starken Einfluss auf das Nervensystem hat und auch die Leber [nur in verrückter Dosierung] schädigen kann)

Auch sollten vor allem empfindliche Frauen in dieser Zeit mit den Ölen anderer Lippenblütler wie Thymian, Oregano, Bohnenkraut vorsichtig sein. Selbstverständlich müssen während der ganzen Schwangerschaft alle ätherischen Öle vermieden werden, die bestimmte Monoterpenketone enthalten, da diese das Nervensystem des Kleinen überstrapazieren können und bei Fehlanwendung abortiv wirken können.

  • Hyssopus officinalis, Ysop
  • Salvia officinalis, Salbei
  • Lavandula stoechas, Schopflavendel
  • Thuja occidentalis, Thuja/Lebensbaum
  • Mentha pulegium, Flohminze
  • Cinnamomum camphora, Kampfer
  • Rosmarinus officinalis Ct. Borneon, Rosmarin

Auch die seltenen Öle mit Sabinylacetatgehalt sind nicht erlaubt, da dieser Inhaltsstoff zu den wenigen Estern gehört, die (embryo-) toxisch wirken, z.B. Salvia lavandulifolia (Lavendelsalbei) und Juniperus sabina (Sade, eine Wacholderart). Methylsalicylat-haltige Öle müssen auch gemieden werden (Betula lenta, Birke; Gaultheria fragrantissima, Wintergrün und Syzygium aromaticum, Gewürznelke).

Nur in Ausnahmefällen und unter Aufsicht einer in Aromatherapie erfahrenen Person sollten stark phenolhaltige Öle (z.B. Oregano, Bohnenkraut, Thymian Ct. Carvacrol und Ct. Thymol, Bay, Tulsi und Gewürznelke) verwendet werden. Auch stark 1,8-Cineol-haltige Öle sollten mit Bedacht verwendet werden (Eukalyptus globulus, Myrtus communis Ct. Cineol, Rosmarinus officinalis Ct. Cineol). Und mentholhaltige Öle (Mentha piperita, Mentha arvensis) nur wenig und nur wirklich bei Bedarf. Aber immer daran denken: die Nase mit entscheiden lassen!!!

Umgekehrt, welche Öle kann eine schwangere Frau "einfach so" zum Wohlfühlen, Entspannen, und Loslassen verwenden oder auch bei Schnupfen, Rückenschmerzen, Krampfadern? Neben allen Ölen die ihr gut tun und die maximal 1-prozentig verdünnt werden (beispielsweise 2 Tropfen auf 10 ml Mandelöl) sind die Klassiker sicherlich:

  • Lavandula angustifolia, Echter Lavendel (nicht zu verwechseln mit oft kampferhaltigem billigem Lavandin)
  • CItrus reticulata, Mandarine und andere Zitrusschalenöle
  • Rosa damascena, Rose sowie Citrus aurantium flos, Neroli und alle Blütendüfte (in Maßen!)
dazu:
  • Vanilla planifolia, Vanille
  • Styrax tonkinensis, Benzoe
  • Eucalyptus staigeriana, Zitronenduftender Eukalyptus
  • Myrtus communis Ct. Myrtenylacetat, Nordafrikanische Myrte
  • Backhousia citriodora, Zitronenmyrte
  • Santalum album, Sandelholz
  • Boswellia sacra, Weihrauch
  • Pogostemon cablin, Patchouli
Ist das Baby dann erfolgreich "ausgebrütet" entstehen wieder neue Fragen. Auf meiner Website finden Sie hier ein paar dufte Tipps.

NACHTRAG: Wer mehr zum Thema lesen will, findet kompetente Infos im Taschenbüchlein von Hebamme Ingeborg Stadelmann, wer so gar keinen Mut zum Mischen hat, findet massenweise Produkte samt Beschreibungen und Bestellinformationen in ihrem Bestseller Bewährte Aromamischungen und wer lieber sieht und hört als liest, findet
in ihrem kurzweiligen Video reichlich Anregungen.


Sonntag, 16. August 2009

Hochmodernes Herstellungsverfahren


Silke (und sicherlich auch andere) konnten mit dem Begriff CO2-Kamille nichts anfangen. Mal abgesehen davon dass die 2 klein geschrieben werden müsste (was hier im Programm wohl nicht geht) handelt es sich um ein selten erhältliches ätherisches Kamillenöl, das durch Hochdruckextraktion
mit natürlicher Quellkohlensäure (genannt Kohlendioxid-Extraktion) gewonnen wird. Das ist ein hochmodernes Herstellungsverfahren, das erst seit Anfang der 80er Jahre kommerziell praktiziert wird. Es gibt bislang weltweit nur wenige Firmen, die über die kostspieligen Apparaturen verfügen. Denn der benötigte Druck, um den Duft aus den Pflanzen in bester Qualität zu gewinnen ist so hoch, als stünde die Anlage vier Kilometer unter der Meeresoberfläche (bis zu 300 bar). Es wird nur eine Wärmezufuhr von unter 31 Grad Celsius benötigt, um das normalerweise gasförmige CO2 in flüssige Form zu bringen (überkritisches Kohlenstoffdioxid Formel O=C=O). Diese „Flüssigkeit“ mit den Eigenschaften eines Gases kann das Pflanzenmaterial wie ein Lösungsmittel durchströmen, was ermöglicht, auch hitzeempfindliche natürliche Duftstoffe zu gewinnen.

Quellkohlensäure ist ein toxikologisch völlig unbedenklicher Stoff, der in Gegenden mit vulkanischer Aktivität gewonnen werden kann und somit beim Ablassen nach der Prozedur die CO2-Bilanz nicht belastet. Quellkohlensäure wird zur Entkoffeinierung von Kaffee angewendet, zur Gewinnung von empfindlichen fetten Ölen wie Borretschsamen- und Granatapfelsamenöl, zur Gewinnung von rein natürlichen Lebensmittelaromen und sie wird auch in Abführzäpfchen eingearbeitet. Auch wird sie zur Vorbehandlung von zertifiziertem Bio-Getreide, Ölsaaten, Hülsenfrüchten und Trockenobst verwendet, damit der Kunde keine ungeliebte "Fleischbeilage" in Form von Motten & Co. mit nach Hause nimmt. Die Keimfähigkeit wird davon nicht beeinträchtigt. Die meisten von uns trinken sie täglich im "bizzeligen" Mineralwasser.

Der Duft der CO2-extrahierten Öle (man spricht streng genommen nicht von "ätherischen Ölen", sondern von Extrakten) ist voller, runder und naturgetreuer als bei den entsprechenden Destillaten, da sie auch die ganz empfindlichen Inhaltsstoffe enthalten, die bei der Wasserdampfdestillation der entsprechenden gleichen Pflanze verloren gehen. Im Ingwerextrakt beispielsweise befinden sich die Scharfstoffe der frischen Pflanze, dieser Duftstoff kann somit die Schleimhäute reizen, im Gegensatz zum milden Ingwerdestillat, ist jedoch bei der Behandlung von Übelkeit und Brechreiz wirksamer. Im Kamilleextrakt befindet sich ein hoher Anteil des entzündungshemmend wirksamen Matricins, welches stattdessen den Folgestoff Azulen enthält. Im fein duftenden Kaffeeextrakt befindet sich Koffein, so dass dieser ein beliebter Wirkstoff für durchblutungsfördernde Anti-Cellulite-Cremes ist. Die Vanilleextrakte sind mit unterschiedlichen Vanillingehalten erhältlich. Ein Großteil dieser Produkte wird für die Lebensmittel- und Spirituosenindustrie eingesetzt, auch renommierte Naturkosmetikhersteller verwenden beispielsweise Kamillen- und Ringelblumenextrakte, die auf diese Weise gewonnen werden.

Wie bei der Hexanextraktion werden auch schwerere, oft den charakteristischen Duft bestimmende Duftmoleküle heraus gelöst, doch anders als bei dieser verbleiben weder im Öl giftige Lösungsmittel noch werden diese an die Umwelt abgegeben. Bei Rohstoffen dubioser Herkunft würden zudem sämliche Pestizide und Umweltgifte ins Endprodukt gelangen, so dass diese so "rein" wie möglich sein müssen. In der Fabrik besteht keine Explosionsgefahr wie beim Umgang mit hoch entflammbaren flüchtigen Lösungsmitteln, doch sind auf Grund der extremen Druckverhältnisse Sicherheitsvorkehrungen das A und O der Produktion.

Im deutschsprachigen Bereich sind mir zwei Firmen bekannt, die ein kleines Sortiment an CO2-extrahierten Ölen im Programm haben: Ronald Reike und Feeling. Abbildung mit freundlicher Genehmigung von FLAVEX


PS Danke an Thomas, er hat zwei Film-Links zum Thema gefunden: hier und hier. Und ja, man kann diese "ätherischen Öle" auch für die eigene Kosmetikherstellung verwenden, sie sind eben etwas teurer und man muss bedenken, dass beispielsweise Scharfstoffe und andere mögliche reizende Stoffe enthalten sein können, wie im Ingwer- und Pfeffer-Extrakt. Und man dosiert sie noch viel geringer als destillierte ätherische Öle. Über abweichende Heilwirkungen dieser Extrakte ist leider noch so gut wie nichts bekannt. Im Großen und Ganzen kann man aber bei vielen Extrakten die gleichen Haupt-Inhaltsstoffe finden.

Dienstag, 11. August 2009

Transformation in Kamillenblüten



Nach soviel Entspannung mal wieder ein paar Fakten (und ich betone nochmals ausdrücklich, dass dies hier weder eine wissenschaftliche noch eine literarische Diskussionsplattform ist ;-).
Wer trinkt ab und zu einen Kamillentee? Welche Farbe hat er? Richtig gelblich-wässrig-transparent. Hat schon mal jemand blauen Kamillentee gebraut? Nein???!!!
Warum ist dann das ätherische Öl aus der Matricaria recutita oder Chamomilla recutita oder auch Matricaria chamomilla (ersterer ist wohl der aktuell ganz korrekte wissenschaftliche Name - laut der "Bibel" der Botaniker "Zander" neueste Auflage!!) so richtig tintenblau (wenn es von verlässlich hoher Qualität ist)?
Bei der Destillation entsteht eine chemische Veränderung im Molekül Matricin (Matrizin), das in dieser Vorstufe in den Kamillenblüten vorkommt.
Es ist ein ein tricyclisches Sesquiterpenlacton, welches bis zu 3-prozentig im wunderbar duftenden CO2-Kamillenöl enthalten ist. Es wirkt auf der Haut stärker entzündungshemmend als das Azulen im destillierten Öl. Es wird vom Körper in ein wirksameres Produkt umgebaut, das circa 75 Prozent der entzündungshemmenden Wirkung von Acetylsalicylsäure (Aspirin) erreicht. (T. Hitziger, P. Höll, M. Ramadan, D. Dettmering, P. Imming, B. Hempel, Die alte junge Kamille. Pharmaz. Ztg. 2003, 148, 372-380)
Matricin wird also während der Destillation zu Azulen (azul/azur=blau), das in verschiedenen Molekülkonfigurationen vorkommt und zu den Sesquiterpenen gezählt wird. Es wirkt auch stark entzündungshemmend (antiinflammatorisch). Ohne Destillation kein Azulen in der Kamille. Punkt.
Die Destillation muss auch noch sehr sorgfältig beobachtet ablaufen, sonst erhält man ein eher bräunlich-grünliches ätherisches Öl, das unter ungünstigen Umständen einen unnötig hohen Anteil an potenziell hautreizenden Bisabololoxiden enthalten kann.


Der Kamillenstoff alpha-Bisabolol wirkt fiebersenkend, antibakteriell, gegen Pilze, entzündungshemmend und beschleunigt die Abheilung von Geschwüren, vor allem im Magen.
Das Öl der blauen Kamille wirkt übrigens eher antiallergisch, obwohl dieses viel verwendete Heilkraut oft als allergisierend abgestempelt wird. Das liegt entweder an Verunreinigungen mit Kamillenarten, die allergisierend wirksame Anthecotulide enthalten oder aber an der Sensibilisierungmit solchen unreinen Tees, Kosmetika, ätherischen Ölen etc. Also als Tee möglichst keine Durstlöscher-Discounter-Ware verwenden, sondern wirklich nur bei Bedarf einsetzen und dann höchstmögliche Bio- oder Apothekenqualität.
Bei Kamillenöl - wie auch bei anderen Blütenölen - handelt es sich um ein Öl, das meistens durch Wasserdestillation gewonnen wird. Bei der Destillation durch Wasserdampf würde bei den meisten Anlagen wegen der Blütenwachse eine fast undurchdringbare Pampe entstehen. Die zwei Fotos zeigen den Stand um 9:30 Uhr am Beginn der Destillation und den Stand um 14 Uhr - nicht viel mehr! Und das Foto oben zweigt den Sack mit der Menge an Blütenköpfchen (und etwas Kraut), die für diese Menge - circa 5 ml - ätherischen Öles nötig sind.


Kamillenblüten für die Qualitätsbezeichnung "aus Wildsammlung" sollten nur an Orten geerntet werden, wo die Abgase der Zivilisation noch nicht so ganz hingekommen sind, jedenfalls nicht von Straßenrändern... ;-)

Freitag, 7. August 2009

Entkrampfen und Loslassen


Heute geht es aus aktuellen Anlass um das Entkrampfen in verbissenen Situationen. Jeder von uns kennt das: Man verrennt sich in eine Idee, fühlt sich verfolgt und nicht verstanden, will die Welt krampfhaft von seinem Lebensentwurf überzeugen, findet das, was andere machen böse und schlecht, kann keine Akzeptanz ausüben.


Dann ist Zeit für den Griff zur Flasche: zur Ätherisch-Öl-Flasche, die reichlich Ester enthält. Das können so entkrampfend wirksame Monoterpen-Ester wie Linalylacetat und Geranylformiat sein, aber auch so genannte aromatische Ester wie Methylanthranilat oder Benzylbenzoat, die auch bei Ängsten und Verfolgungswahn unterstützend eingesetzt werden können. Das obige Kraut ist die wunderbar nach 4711 duftende Bergamotteminze (Mentha citrata, Sabrina berichtete dieser Tage davon) und ist eine Vertreterin der ersten Gruppe (mit circa 75 Prozent Monoterpen-Estern eines der Spitzenreiteröle in Sachen Loslassen). Das Foto mit den weißen Blüten zeigt eine potente Vertreterin der ersten Gruppe: der wunderbar süß-sinnliche Jasminduft lockert ganz verbissene Menschen. Die, die beruflich oder privat oft "die Zähne zusammenbeißen" müssen, die nachts knirschen, die oft am liebsten "zubeißen" würden, ihre Wut aber kontrollieren müssen oder wollen. Und dann oft auf ein Objekt oder Menschen abschießen glauben zu müssen.


Wer Angst (kommt vom Wortstamm ENGE, angustia auf Latein) spürt oder sie eben nicht spürt, aber die Welt sehr verbissen und ENGstirnig sieht, sollte sich das teure Öl von Chamamaelum nobile (früher Anthemis nobilis) gönnen. Ein Tropfen des gummibärchen-süßen Duftes auf 10 ml fetten Öles lässt einen das Leben wieder von der süßen Seite sehen, lässt Raum für Neues, Fremdartiges und Andersdenkendes kann eher akzeptiert werden. Ein gutes Öl für neue Situationen, den neuen ungewisssen Job, den Umzug in eine fremde Stadt und das Beschäftigen mit (noch) unvertrauten Themen. In diesem Öl befindet sich ein ganz besonderer Ester-Mix, der erfahrungsgemäß stark auf das psychsiche Geschehen einwirken kann.


Zu guter Letzt muss natürlich auch das preiswerte wunderbar duftende Öl der Mandarinenschale erwähnt werden (genannt "Mandarine rot": aus der reifen Schale gepresst und "Mandarine "grün": aus der grünen Schale gepresst - diese kann als grüne Mandarine bereits reif sein [in Ländern ohne starke Temperaturabsenkungen während der Nacht bleiben viele Zitrusfrüchte trotz Reife grünlich, die Bildung der gelben und orangefarbenen Pigmente benötigt kühlere Temperaturen], das Öl kann jedoch auch aus der noch nicht ausgereiften Schale gewonnen werden). "Mandarine rot" enthält nur circa 1 Prozent des schwer aussprechlichen aromatischen Esters Methylanthranilat, doch dieses Prozent hat es in sich: nämlich ein Stickstoffatom, welches die verschlossene Seele wieder sanft öffnen und auch latente Aggressivität mildern kann (alles reine Erfahrungsheilkunde, wie Prof. Dr. Dr. Wabner so schön sagt, man kann bei manchen Menschen zuschauen, wie sie loslassen). Schönes Wochenende und KEEP SMILING!

Dienstag, 4. August 2009

Methyleugenol und "giftiges" Rosenöl


Ich habe in den letzten Tagen unser Bad mit einer entsetzlich giftig riechenden und Kopfschmerzen verursachen Farbe eines bekannten deutsch-österreichischen Herstellers gestrichen und da musste ich an eine Anfrage zum Thema "Methyleugenol in ätherischem Rosenöl" denken. Die besorge Person hatte über die neueren gesetzlichen EU-Bestimmungen (2004) in meinem Fachbuch gelesen. Da dieses ver-rückte (der gesunde Menschenverstand hat sich ziemlich von der Realität entrückt) Thema sicherlich für andere verunsicherte AromafreundInnen von Interesse ist, stelle ich meine Antwort hier ins Blog.


Methyleugenol ist ein kleines fettlösliches Molekül, das etwas moschusartig und nach Nelke duftet. Es heißt auch Eugenolmethylether oder 4-Allyl-1,2-Diomethoxybenzen. Es kommt in Spuren in vielen ätherischen Ölen vor, beispielsweise in Anis, Basilikum, Bay, Fenchel, Lorbeer, Piment und Rose sowie im Absolue der Hyazinthe (Liste bei Cropwatch). Naturbelassene Rosenöle enthalten maximal 3 Prozent des phenolischen Moleküls, das durch Ergebnisse aus Tierexperimenten als stark krebserzeugend abgestempelt wurde (wobei für diese Experimente normalerweise synthetische Duftstoffe oder Isolate [von Begleitmolekülen isolierte Duftstoffe] verwendet werden). Darum dürfen Rosencremes seit 2004 nur noch 0,004 Prozent Methyleugenol enthalten.


Ich halte nichts von diesen absoluten Restriktionen von Methyleugenol vor allem in Rosenkosmetik und hatte sie nur der Vollständigkeit halber in meinem Buch erwähnen müssen. Zur Zeit drohen neue Einschränkungen, beispielsweise dass Zitrusöle nicht mehr in ihrer naturbelassenen Form in Naturkosmetik gegeben werden dürfen.

Rosenprodukte werden seit Menschengedenken in vielen Kulturen nicht nur auf die Haut geschmiert, sondern auch gegessen, ohne dass beispielsweise die Perser ausgestorben sind, so dass solche Einschränkungen nur wie eine "Beschäftigungstherapie" für übereifrige Schreibtisch-Eurokraten und deren Zuflüsterern aus der Industrie erscheinen. Wenn diese sich eher um Alkohol-Beschränkungen (der nachweislich Leber- und Gehirnzellen schon in kleinen Mengen zerstört) und Kunststoffe ohne hormonartige Phtalate für Babys kümmern würden, wäre dem Fortbestand einer gesunden Menschheit wesentlich besser gedient. Auch sich an Muttermilch anlagernde künstliche Duftstoffe, Gehirnhormone in Essen (Glutamat), Triclosan und andere antibiotikaähnliche Stoffe in Lebensmittelaufbewahrungsdosen und Kosmetika sowie zahnfleischerweichende Tenside in Zahnpasta wären sicherlich ein dankbares Thema für eine jahrelange Beschäftigung. Und natürlich Wandfarben, die das Gehirn eines gewerblich tätigen Anstreicher in kürzester Zeit schachmatt legen.


Die Pflanzenfamilie der Rosengewächse gilt als eine der ganz untoxischen Gruppen im Zusammenhang mit der menschlichen Ernährung (Äpfel, Aprikosen, Mandeln [Foto unten], Hagebutten etc) und Körperpflege (Mandelöl und Aprikosenkernöl aus der Familie der Rosengewächse gehören zu den ganz milden auch für die Babypflege geeigneten Öle, Hagebuttenkernöl hat heilende Eigenschaften), ganz anders als beispielsweise die Familie der Nachtschattengewächse, für deren (tägliche) Entgiftung der menschliche Körper einen vergleichsweise großen Aufwand betreiben muss (nach Konsum von Kartoffeln, Paprika, Tomaten und Auberginen).



Ja, es wird an Rosen-Neuzüchtungen gearbeitet, jedoch erstens fehlt dann diese lecker-würzige Methyleugenolnote im Duft (an Nelke erinnernd), zweitens wird den bestäubenden Insekten damit ein wichtiges Lockmittel weggenommen (mit noch unbekannten Konsequenzen), drittens fehlt dann uns aromatherapeutisch interessierten Menschen ein Baustein zur therapeutischen Wirkung des Rosenöles und viertens essen wir ja diese Cremes nicht (in Rosencremes befindet sich noch nicht mal 2 Prozent Rosenöl, meistens unter 1 Prozent, darin ist wiederum nur maximal 3 Prozent Methyleugenol enthalten, meistens viel weniger, was soll dann die ganze Schein-Sorge?)


Und fünftens: Diese so "Besorgnis erregenden Erkenntnisse" sind an Tieren gewonnen worden, denen ISOLIERTES Methyleugenol gefüttert und gespritzt wird und zwar in unglaublichen Mengen über einen Zeitraum, der sich annähernd nicht mit normalen Konsumgewohnheiten des Menschen deckt. Die Studienergebnisse lassen sich nicht einfach auf den Menschen übertragen (schon allein weil Nagetiere einen ganz anderen Stoffwechsel als Menschen haben und normalerweise keine Rosenblüten als ihr Futter wählen würden), da in natürlichen Rosenprodukten noch unzählige (bis zu 400) andere Moleküle enthalten sind, die das Gesamtduftkunstwerk absolut verträglich machen - in normalen menschenüblichen Mengen. Rosenöl und Rosenkosmetik übertrieben anzuwenden verbietet bereits der sehr hohe Preis der Produkte. Es soll Menschen geben, die täglich mehrere Tropfen Lavendel- oder Orangenöl innerlich oder äußerlich verwenden - solche Übertreibungen mit Rosenöl würde vermutlich selbst ein Milionär auf Dauer nicht machen.

Cropwatch (Independent Watchdog for Natural Aromatic Products) spricht im Zusammenhang mit den immer mehr ausufernden Verboten und Einschränkungsvorschriften von natürlichen und bei normaler Anwendungen ungiftigen Substanzen von "toxikologischem Imperialismus". Gründer Tony Burfield ärgert sich: "während die unerwünschten Nebenwirkungen durch verschreibungspflichtige Medikamente für den Tod von jährlich einigen zehntausenden von Bürgern des Vereinigten Königreichs verantwortlich sind, ist es schwierig Beispiele von Todesfällen wegen Kosmetika oder ätherischen Ölen zu finden".


Wenn man denselben Tieren jeden Tag 10 Gramm Speisesalz spritzen und/oder verfüttern würde, kämen vermutlich auch beängstigende Resultate an den Tag - dennoch warnt uns kein Politiker oder Wissenschaftler vor üblichen Anwendungen des lebensnotwendigen Gewürzes. Und leider informieren uns wiederum nur wenige Wissenschaftler, dass phenolische Verbindungen (zu denen der Stoff Methyleugenol als Vorstufe für Phenolsäuren gehört) zu den so genannten Sekundären Pflanzenstoffen (SPS) gehören, die für eine gesundheitserhaltende Ernährung notwendig sind (siehe das Fachbuch von Bernhard Watzl und Gerhard Rechkemmer: “Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln“, broschiert, Hippokrates-Verlag 2005, 254 Seiten).



Also, der langen Rede kurzer Sinn: Ich finde es eigentümlich, dass der Mensch Teile aus einem wohl "komponierten" Ganzen entfernt und diese Teile dann verteufelt. Ich weiß zwar, dass die Pharmaindustrie diametral entgegen gesetzte "Beweise" hat, aber meine über zwei Jahrzehnte langen Erfahrungen mit Rosenöl und vielen anderen angeblich hautreizenden Ölen oder krebsauslösenden Bestandteilen sind ausgezeichnet. Eine meiner ehemaligen Kursteilnehmerinnen hat sogar ihre "Nur-noch-zwei-Jahre-nach-Krebsdiagnose"-Prophezeihung mit Hilfe von ätherischen Ölen (ohne Chemo etc) mehr als verdoppelt. Viele Bestandteile von ätherischen Ölen wirken nachweislich GEGEN bestimmte Tumoren, das wurde in etlichen In vitro-Untersuchungen (im labor an Zellkulturen) heraus gefunden und im Fall des Inhaltsstoffes Limonen (zB in Orangenöl) sogar bereits mit gewissen Erfolgen an erkrankten Menschen gezeigt.

Ich habe übrigens kürzlich gehört, dass (mindestens) zwei Naturkosmetikfirmen mit hohen ethischen Ansprüchen ihre Rosenserien aufgeben müssen. Die Naturkosmetika mussten nach den Vorschriften von 2004 so umgebaut werden, dass man sie aufgrund des fast nicht mehr darin vorkommenden Rosenöles als ehrlich denkender Produzent kaum noch "Rosencreme" nennen kann. Und wie lange bleibt uns traditionelles Pesto, unveränderter Fenchel-Anis-Tee, würziger Lebkuchen und aromatische Linzer Torte noch erhalten? Nunja, man kann ja statt diese unnötigen Geschmacksvielfalt einfach zur hochprozentigen Pulle greifen... Oder alles mit viel raffiniertem Kochsalz und Glutamat zum Einheitsbrei zerkochen.


PS aus aktuellem Anlass: Bei der Renovierung meines Betriebssystems tönte ich vor zwei Tagen noch, dass ich bislang noch keine unangenehmen Vorfälle im Kommentare-Bereich meines Blog zu verzeichnen habe; eine fast seltsame Tatsache, schließlich blogge ich ja bereits knapp 200 Tagen und KollegInnen wurden bereits viel früher von der Internetseuche FEIGHEIT getroffen. Heute schwappte diese sich rasch ausbreitende Infektion nun auch auf mein Blog. Ich habe also ein hier anonym kommentierendes Wesen aufgefordert, sich mit nachvollziehbarem Absender vorzustellen. Nach einer erneut anonymen Erwiderung löschte ich seine (ihre???) zwei Kommentare, da mir der in seinen/ihren Ausführungen herrschende Ton nicht gefällt.

  • Dies ist mein virtuelles Haus, ich bin hier Gastgeberin, ich lasse viele Menschen an meiner Liebe zur Natur und zu heilenden Duftstoffen teilhaben. Ich mache das nicht gewerblich, verdiene also kein Geld mit dem Bloggen (wenn man von den manchmal 50 Cent am Tag absieht, die mir durch Buchbestellungen von empfohlener Literatur zufließen).
  • Ich bin zwar studiert, jedoch keine Wissenschaftlerin und habe auch nicht den Anspruch, als solche aufzutreten. Ich habe mir einfach "common sense" bewahrt, wie Iren und Engländer hier so schön sagen, also den "gesunden Menschenverstand". Und denke hier als Gastgeberin laut und oft verwundert darüber nach, warum uns bestimmte institutions-und-mammon-gelenkte Menschen Dinge verbieten (wollen) oder uns zumindest madig machen wollen und andere Dinge, die viel offensichtlich-schlimmer sind, schön reden.
  • Wer mag, darf sich mit mir wundern (und auch aufregen), wem das nicht gefällt, der (oder die) soll einfach dort bleiben, wo er oder sie sich wohler fühlt. Und wer mag, darf meine bescheidenen 20-jährigen Erfahrungen mit "einfachen Mitteln" nutzen und nachmachen. Wem dabei schlecht wird, hat ja in sicherlich zahlreichen Apotheken und Parfümerien um die Ecke passendere Möglichkeiten.
  • Ich weiß sehr wohl zwischen "Schulmedizin" und Komplementärmedizin zu unterscheiden und möchte die meisten unserer allopathisch arbeitenden Ärzte nicht missen. Oft haben sie die einzig passende Antwort oder Lösung, oft haben aber auch die "NaturliebhaberInnen" bessere Möglichkeiten.
  • Ich möchte, dass hier ein freundlicher und respektvoller Ton gewahrt bleibt, auch wenn unsere Meinungen zu den diversen Themen von einander abweichen. Ich habe nichts gegen sachliche Kritik und bislang sind kritische Kommentare immer stehen geblieben und einmal sogar ins nächste Posting "nach oben" gerutscht.
  • Ich werde ab sofort anonyme Kommentare löschen, wenn mir der/die AbsenderIn nicht bekannt ist. Sollte diese Maßnahme nicht ausreichen, werde ich die Kommentarfunktion für "Anonym" sperren, wie es bereits viele KollegInnen - oft schweren Herzen - machen. Sorry dann gleich an die ehrlichen Mädels, die einfach nicht wissen, wie man sich bei Blogger anmeldet oder die grad ihr Passwort nicht parat haben.
  • "Viele Nutzer lieben die dunklen Nischen der Internet-Existenz. Im Schutz der Anonymität bewegen sie sich sicher, selbstbewusst, oft großmäulig … meist aber so, wie sie Face-to-Face oder auf offener Straße niemals auftreten würden. Sie sondern wortstark "Meinung" ab, ohne sich dazu zu bekennen und ohne dafür Verantwortung zu übernehmen. Im wirklichen Leben nennt man das Feigheit."

Montag, 3. August 2009

Virtuelle Cocktailparty

Bei meiner britischen Blog-Kollegin Spud gibt es heute eine virtuelle Cocktailparty für alle, die gerne auf Blogs lesen, ohne sich zu zeigen... ;-) Nette Idee, kann ich gut verstehen!

Samstag, 1. August 2009

Das Aroma-Online Magazin 25 ist da!


Seit fast 1o Jahren gebe ich ein kleines Online-Magazin heraus, das ich jedoch wegen meiner Begeisterung über das Blogschreiben in den letzten 12 Monaten vernachlässigt habe ;-) Ich war in den letzten Tagen auch promt entsetzt, wie umständlich und schwerfällig es ist, ein Layout auf Papier zu bringen. Wie viel einfacher und vor allem aktueller ist bloggen! Da ich jedoch eine umfangreiche AbonnentInnen-Kartei habe und offensichtlich über dieses Blog nur einen Bruchteil davon erreiche, habe ich mich entschlossen, nochmals ein druckfähiges Magazin zu schaffen. Heute ist es hier zu lesen, in den nächsten Tagen wird die PDF-Version, wie fast alle alten Ausgaben, unter 'Lesen und Lernen' auf meiner Website zum (kostenlosen) Download bereit liegen. Das würzige ätherische Öl aus Pimenta dioica wird vorgestellt, Bücher und Seminartermine sind übersichtlich zusammen gestellt (nicht nur von mir, sondern auch von vielen anderen KollegInnen) und die Artikel über die juristische Anerkennung der aromaberatenden Berufe sowie über das Liebesgeflüster der Pflanzen, das ihr hier von diesem Medium kennt, habe ich auch eingebunden. Viel Spaß!
PS. Wer kurzentschlossen noch zur Botanik-Kurs-Woche nach Glengarriff Ende des Monats (23. August bis 5. September) kommen möchte, wir haben einen Weltwirtschaftskrisen-Preis anzubieten: Two for One - eine(r) bezahlt, der/die PartnerIn nimmt kostenlos an den drei Tagen Aroma-Kurs inklusive Exkursionen teil und muss nur die Übernachtung (35 Euro inkl. Biofrühstück) plus die Anreise zahlen. Es sind keine Vorkenntnisse nötig - nur Neugierde über Pflanzen und deren Heilkräfte - und auch englisch muss man nicht können! Im Juli kostete übrigens kürzlich ein Hin- und Rückflug (Hahn-Kerry) für zwei Personen inklusive aller versteckten Gebühren 70 Euro, es kann sich also auch diesbezüglich lohnen! Mit Ryanair aus dem mittleren und westlichen Deutschland und den Nachbarländern (Direktflug nach Kerry) sowie auch aus Bremen, Memmingen, Friedrichshafen und vielen anderen kleinen Flughäfen und mit Aer Lingus beispielsweise aus München (Direktflug nach Cork). Und wer noch ein paar Extra-Tage einlegen möchte (im September ist erfahrungsgemäß das stabilste Wetter des Jahres), kann von Glengarriff aus zu vielen traumhaften Tagesausflügen starten, nicht umsonst war dies früher der Urlaubsort der literarischen Elite und des britischen Königshauses.

Viren - die schlauen Wesenheiten


Gestern widmete sogar der Gründer der im französischsprachigen Raum bekannten Ätherische-Öle-Firma Pranarom Daniel Baudoux einen Artikel im Firmen-Blog den H1N1-Viren. Er betont, wie auch ich es im Frühjahr in meinem Beitrag über Viren zusammengefasst hatte, dass Pflanzen ätherische Öle unter anderem produzieren, um Mikroorganismen abzuwehren. Durch bestimmte Ölemoleküle werden Viren, die mit einer Art Antenne an ihren Wirtsorganismen "andocken", an der sicheren Landung gehindert. Ohne Wirt und dessen Erbmaterial, auf das sie angewiesen sind, sind diese Mini-Wesen nichts. Wie ein Computervirus ohne Festplatte. Baudoux empfiehlt neben diversen Produkten seiner Firma folgende Öle: Teebaum, Niaouli, Rosenholz, Ravintsara und Eucalyptus radiata. Er empfiehlt in durch Ansteckung bedrohten Zeiten und Situationen eine Einreibung und das zweimal tägliche Einnehmen von Kapseln. Zum Selbermachen empfehle ich eine Mischung, die ich zu Vogelgrippezeiten auf meinen Reisen verwendete:
Für das dünne Auftragen 2 x täglich auf Brust und Unterarmen (möglichst auch Füße, zB vorm Schlafengehen); diese Rezeptur ist auch für Kinder über 3 Jahre geeignet:
  • 48 ml fettes Öl (Jojoba, Mandel, Aprikose, Sesam, Olive oder andere)
  • 2 ml Calophyllum inophyllum-Öl (Abbildung oben) (nur wenn erhältlich, zB hier)
  • 5 Tropfen Ravintsara (Cinnamomum camphora Ct. Cineol)
  • 5 Tropfen Teebaum [Abbildung unten] und/oder Manuka (Melaleuca alternifolia/Leptospermum scoparium)
  • 4 Tropfen Lavendel fein/extra (Lavandula angustifolia)
  • 1 Tropfen Zitronenmyrte (Backhousia citriodora) und/oder Litsea cubeba

50-ml-Fläschchen aus Braunglas (mit und ohne Sprühaufsatz) gibt es in jeder Apotheke. Wer viel mit Menschen in Kontakt kommen muss, fühlt sich sicherlich mit einem zusätzlich anwendbarem Hand- und Dekolleté-Spray wohler:
  • 50 ml Wodka
  • 5 Tropfen Ravintsara (Cinnamomum camphora Ct. Cineol)
  • 5 Tropfen Zitrone bio (Citrus limon)
  • 2 Tropfen Zitronenmyrte (Backhousia citriodora) und/oder Litsea cubeba
  • 1 Tropfen Cistrose (Cistus ladanifer, Abbildung unten)
  • 1 Tropfen Atlaszeder (Cedrus atlantica oder Cedrus deodara)


Mehrmals täglich die Hände damit besprühen und verreiben (ggfs. danach mit Creme fetten, weil der Alkohol leicht austrocknend ist) und in der Nähe des Kopfes in die Luft und auf (bekleidete) Schultern sprühen, evtl. ein bisschen davon einatmen.
Erfahrungsgemäß kann man mit diesen Ölen virale Erkrankungen besser abwehren, oder falls es einen dennoch erwischt, verlaufen die Infektionen meistens recht glimpflich ab. Der Körper bekommt damit Unterstützung, sein Abwehrprogramm störungsloser durchzuziehen, beispielsweise können manche ätherische Öle nachweislich die weißen Blutkörperchen beeinflussen [Nakamura A & al: Stress Repression in Restrained Rats by (R)-(−)-Linalool Inhalation and Gene Expression Profiling of Their Whole Blood Cells. J. Agric. Food Chem., 2009, 57 (12), pp 5480–5485].

Mit dem mehrmals täglichen Lutschen von Cistus Infektblocker 052-Tabletten kann man diese Unterstützung auch an den besonders virenbedrohten Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Traktes verstärken, die Wirkung soll ähnlich wie das zur Zeit so angepriesene Antivirus-Mittel der Pharmaindustrie sein (das übrigens aus einer Vorstufe des Sternanisöles hergestellt wird, aus der Shikimisäure des Illicium-Baumes und auch aus gentechnisch veränderten Escherichia coli-Bakterien, der Herstellungsprozess nimmt mehrere Monate in Anspruch). Anders als das chemische Mittel kann man die Ätherisch-Öle-Mischungen prophylaktisch einsetzen und sie führen auch nicht - wie neuerdings beobachtet beim Pendant aus dem Labor - zu Resistenzen (wenn man hochwertige - so genannte genuine - ätherische Öle verwendet und nicht halbsynthetisch-kastrierte Duftstoffe aus dem Drogeriemarkt oder vom Kaffeeröster). Natürliche ätherische Öle "arbeiten" in den Fläschchen, was ja auch zu Problemen mit der Haltbarkeit und Hautverträglichkeit führen kann, wenn man sie "ewig" aufhebt. Dadurch verändert sich die chemische Zusammensetzung geringfügig und Mikroorganismen schaffen es (bislang) nicht, sich mit abwehrenden Enzymen immun machen.
PS Einige ätherische Öle von Pranarom bekommt man in Deutschland hier.