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Montag, 23. Februar 2009

Unvorstellbare Mengen...


... eines Krautes befinden sich in einem Fläschchen ätherischen Öles. Meine KursteilnehmerInnen schauen mich immer wieder ungläubig an, wenn ich vor drei Tropfen Minze in einer fiebersenkenden Waschung warne oder behaupte, dass ein Tropfen Salbeiöl in der Inhalationsschüssel mehr als genug ist. Und keiner kann sich vorstellen, warum 1 ml (20 Tropfen) Melissenöl, vorausgesetzt es ist von ehrlicher und natürlicher Herkunft, 15 Euro und mehr kostet. Da Bilder oft mehr sagen als Worte habe ich ein paar meiner Melissen-Ernte-Fotos rausgesucht.


In bezahlbarer Zeit sind diese Mengen an Melissenkraut nur mit Hilfe einer (schonenden) Erntemaschine zu schneiden.


Melissenkraut wuchert zwar in fast jedem Garten, doch es enthält seeeehr wenig ätherisches Öl das sich auch noch seeeehr schnell verflüchtigt. Es muss also nach der Ernte rasch weiter verarbeitet werden.

Die hier gezeigten Mengen an Melissenkraut reichen für wenige Fläschchen ätherischen Öles. Nach stundenlanger Destillation erhält man diese Menge (man beachte das normale Karopapier als Größenvergleich). Vom verkauf dieser paar Fläschen können die Landwirte Georg Effner und Wolfgang Burger nicht leben, sie machen das mehr als Hobby, das auch etwas Taschengeld einbringt. Für große Firmen würden sie zu wenig Öl liefern, für kleine Firmen bzw. Abnahmemengen sind sie fast zu "teuer". Wer jedoch in meinen vielen Kursen bei so einem Ernte- und Destillationstag mit gemacht hat, weiß, dass deren Öle viel zu preiswert sind, wenn man all die Arbeit (mal abgesehen von der Liebe dazu) in Betracht zieht.
Hochwertiges Melissenöl kann oder muss sogar kräftigst verdünnt werden, unter 1 Prozent. So entfaltet es seine wundervollen allergiemildernden und antiviralen Eigenschaften. Und wenn ein Kenner sich die chemische Analyse vom Öl anschaut, sieht er oder sie sofort, dass dieses Öl niemals mit Citronellaöl ausgetauscht oder gepantscht sein darf, wie es fast überall gängige Praxis ist. Melisse ist eine uralte europäische Heilpflanze mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Sie kann gerade jetzt in der Übergangszeit wertvolle Hilfe leisten, um uns gesund und stabil in den Frühling zu bringen, in den Wechseljahren verhilft ihr ätherisches Öl zu ruhigerem Schlaf. In der Psychiatre verminderte ein Melissenextrakt laut einer Studie das unruhige Umherwandern und Aufgebrachtsein von dementen PatientInnen, es verbesserte nach viermonatlicher Anwendung die kognitiven Leistungen von Alzheimer-PatientInnen [Akhondzadeh & al: Melissa officinalis extract in the treatment of patients with mild to moderate Alzheimer's disease: a doubleblind, randomized, placebo controlled trial. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2003 July 74(7):863-866]. Es ist ein gut untersuchtes und sicheres Öl, kann jedoch bei falsche Verdünnung bzw. zu hoher Konzentration minimal hautreizend sein, auch wenn es zu alt verwendet wird. Also die kostbaren 20 Tropfen am besten gleich mit 50 ml Jojobaöl verdünnen und dann so verwenden, als wäre es ein reines ätherisches Öl, also tropfenweise in andere Mischungen geben. Der nächste Erntetag im Rottal (Nähe Passau) bei Effners und Burgers findet am 20. Juni statt, Infos und Anmeldung bei Waltraud Reischer.

Kommentare:

Susanne hat gesagt…

...und es ist so ein bewegender Moment, wenn man "sein" fertiges ätherisches Öl endlich sieht, nach der stundenlangen Ernte...
Toll!!!
Liebe Grüsse!

Ines hat gesagt…

Wie bringt man einem gutverdienenden Konsummenschen, für den Geiz geil ist,
den Unterschied bei zwischen
preis, wert und billig?

Ihn mal richtig schuften lassen!

Christine hat gesagt…

Ja, ich habe auch schon mal miterlebt, wieviel (Melissen-)Kraut für wiewenig Ölchen notwendig ist. Da bekommt man schon eine Hochachtung vor den duften Herrlichkeiten im Fläschchen!
Liebe Grüße
Christine

Beate Knappe hat gesagt…

Ich lese Deine Erklärungen wirklich sehr gerne!!! Danke das Du so viel erklärst

Gaby hat gesagt…

Ich hab zwar keine Melisse geerntet, aber in sengender Hitze Salbei in der Provence.
Es fehlt noch nicht ein Tropfen aus dem Fläschchen, weil ich weiß, wie "kostbar" diese wenigen Milliliter sind.
Benutzen kann ich zwar auch nicht mehr, weil es in der Zwischenzeit fast 7 Jahre alt ist, aber riechen tue ich noch gerne dran (und noch riecht es sehr gut).

Anonym hat gesagt…

Heidi hat gesagt:
Hallo Eliane,
der Artikel über die Melissenernte ist sehr anschaulich. Ich habe mir dieses Öl bisher noch nicht gegönnt, aber demnächst werde ich es mir bestellen, nachdem ich es am letzten Wochende bei meiner äth. Öl-Ausbildung ausprobieren durfte.
Danke für den Tipp, das äth. Öl in fettes Öl zu geben. das werde ich dann auch tun. Mein Garten ist voller Melisse und ich liebe diese Pflanze. Meine Melissentinktur wirkt wahre Wunder gegen Lippenherpes.
Danke für diesen Bericht.
Liebe Grüße