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Dienstag, 22. Dezember 2009

Aromatherapie bei Kopfläusen


Der Befall von Kopfläusen (Pediculus humanus capitis) ist zwar ungefährlich, jedoch überaus lästig. Die ganze Familie und ganze Schulen können befallen werden - vor allem in den kälteren Monaten. Die kleinen Plagegeister sind schwer auszurotten, es sei denn, man verwendet bedenkliche chemische Produkte, die meistens nervenschädigend wirken.
Das fette Öl des indischen Neem-Baumes (Niem, Foto) Azadirachta indica oder Antelaea/Melia azadirachta) bietet eine ungefährliche Alternative, da es sehr erfolgreich gegen viele Arten von Parasiten wirkt. Auch sein Verwandter aus Südamerika, der Andirobabaum und sein Öl (Carapa guianensis) hat ähnliche Eigenschaften. Diese fetten Pflanzenöle töten die Läuse zwar nicht ab, machen sie jedoch unfruchtbar, so dass die Plage sich nicht unnötig in die Länge zieht. Leider ist der Geruch dieser Öle gewöhnungsbedürftig, er erinnert etwas an geröstete Zwiebeln. Die folgende Mischung trägt dem Rechnung, dh die ätherischen Öle überdecken den für manche Menschen unangenehmen Duft.
  • Neem-Öl und/oder Andiroba-Öl mit Jojoba-Öl (50:50 oder 30:70) mischen, insgesamt 50 ml
  • 10 Tropfen Melaleuca alternifolia-Öl (Teebaum)
  • 10 Tropfen Eukalyptus smithii-Öl (Eukalyptusart, die sehr gut für Kinder verträglich ist, alternativ Eucalyptus radiata verwenden)
  • 10 Tropfen Lavandula latifolia-Öl (Speiklavendel, alternativ auch Lavandin-Öl)
Diese Mischung auf die Kopfhaut auftragen, eine Plastik-Duschhaube überziehen und so warm wie möglich für einige Minuten fönen. Danach wäscht man die Haare mit einem möglichst neutralen Schampoo, das auf 100 ml mit je 10 Tropfen der oben stehenden ätherischen Öle und 5 ml Neem-Öl angereichert wird. Das Schampoo etwas einziehen lassen. Diese Prozedur kann auch umgekehrt vorgenommen werden und man belässt das Öl für einige Stunden auf dem Kopf.
Sehr wichtig ist, die Nissen (Läuseeier) immer wieder mit einem speziellen Kamm auszukämmen und die Anwendungen mindestens acht Tage lang zweimal täglich machen, da man auch die allerletzte Nisse erwischen muss. Läuse befinden sich circa acht Tage im Nissenstadium, in dem sie besonders schwer abzutöten sind. Nissen sind nicht durchscheinend, sind sie bereits durchsichtig, bedeutet das, dass die Läuse bereits ausgeschlüpft sind. Gesunde Kopfläuse befinden sich übrigens laut der Biologin Lowana Veal nur in einem Umfeld von einem Zentimeter nahe der Kopfhaut, sie werden nur von Kopf zu Kopf übertragen und nicht durch Kämme, Bürsten, Möbel; sie leben auch nicht in Schulgebäuden oder heimischen Teppichen.
Die Wissenschaftlerin betont ferner, dass Kopfläuse nicht ein Zeichen von mangelnder Hygiene sind, sie leben vielmehr lieber auf sauberem Haar [Lowana Veal: Headlice; ein Artikel auf der Seite der nordamerikanischen Vereinigung von Aromatherapeuten NAHA und Veal L. The potential effectiveness of essential oils as a treatment for headlice, Pediculus humanus capitis. Complementary Therapies in Nursing and Midwifery (1996) Vol 2-4;97-101].
Sie hat verschiedene ätherische Öle gegen Kopfläuse mit wissenschaftlichen Methoden untersucht, die meisten Öle, die sehr effektiv waren, sind zu gefährlich für den Gebrauch bei Kindern, z. B. „Roter“ Thymian (84% Läuse, 92% Nissen abgetötet), Oregano (100%) und Zimtblätter (86%). Diese wurden in Haarspülungen eingearbeitet, die einige Zeit auf der Kopfhaut belassen werden. Teebaum- und Anisöl haben jedoch ähnliche Anti-Läuse-Werte.
Veal zog nach ihren Studien eine Verdünnung in 40-prozentigem Alkohol (z.B. Wodka) vor, sie schlägt 10 Tropfen ätherisches Öl auf 50 ml Wodka vor. Eine Haarspülung könnte aus 50 ml gutem Weinessig und 50 ml (Rosen-)Wasser bestehen, dazu insgesamt 20 Tropfen des oder der gewählten ätherischen Öle. Myrte und Rosengeranie könnten laut einigen AutorInnen auch in die engere Auswahl treten.
Wer englisch kann, sollte ab und zu das Blog der NAHA lesen.

Ich wünsche allen meinen 113 treuen LeserInnen und auch den anderen, die gerne hier lesen, ruhige, gemütliche und vielleicht zimt- und nelkenduftende Feiertage!

Kommentare:

Sabrina Herber-Schmieden hat gesagt…

Liebe Eliane,

wieder mal ein toller Beitrag, ich finde es auch gut, dass Du alternativen zur "chemischen Keule" aufzeigst!
Wenn ich die Mitteilung der Schule über den Befall von Läusen bekomme, sprühe ich den Kindern ein Hydrolat mit Teebaum, Rosengeranie und Lavandin
zur Vorbeugung auf die Haare, es scheint so, dass Läuse diese Mischung nicht sonderlich mögen und meine Kinder blieben bis jetzt immer verschont.

Liebe Eliane
ich wünsche auch Dir ein friedvolles und ruhiges Weihnachtsfest.

Liebe Grüße
Sabrina

Barbara hat gesagt…

Hallo Eliane, dieser Beitrag wird sicherlich bei den Kindern meiner Freundin gut ankommen.
Zum Jahresende habe ich noch ein Gedicht für dich in einem Sammelband gefunden.

Trost zum Jahresende
ich weiß, und das ist wunderbar,
der allgewaltigen Chemie,
der wird es auch im nächsten Jahr
und überhaupt in Zukunft nie
und auch bei teuerster und bester
Forschung nicht gelingen,
nach Essig-Ester, Poly-Ester
die SILV-ESTER-Formel zu erbringen.

Barbara (Kaltenkirchenkurs)

Gaby hat gesagt…

Liebe Eliane,
Danke für 12 Monate unermüdlichem Schreiben und Wissen weitergeben.

Ich wünsche Euch kuschelig warme, himmlisch ruhige, wahnsinnig erholsame, herrlich duftende und wunderschöne Weihnachten.

Knuddel
Gaby

Wolfgang hat gesagt…

Liebe Eliane,

immer wieder wenn ich hier reinschaue, gibt es wieder etwas Neues zu lesen. Schade, dass ich manchmal einfach nicht die zeit dazu habe.
Dir, deiner Familie und allen anderen hier wünsche ich geruhsame Weihnachten.

Wolfgang

Jamina hat gesagt…

Abwarten, wann bei meinen Kindern der erste Befall auftaucht... Aber jetzt bin ich gewappnet! Danke für die praktischen Tipps und vor allem auch für den Link zum amerikanischen Blog.
Schöne Weihnachten auf der grünen Insel!
LG, Jamina

Kordula hat gesagt…

Liebe Eliane,

danke für die vielen tollen und informativen Beiträge. Danke dafür, das Sie ihr Wissen unermüdlich mit uns teilen.

Ich wünsche Ihnen ein wunderbar duftendes, erholsames und besinnliches Weihnachtsfest.

Liebe Grüße
Kordula

vetiver hat gesagt…

Hallo Eliane,
jedesmal, wenn ich im Internet surfe werfe ich hier einen Blick hinein. Ich finde es ganz toll, daß du dir die Zeit nimmst und alle paar Tage etwas Neues schreibst.
Ich wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Heute hat es angefangen zu regnen und der Schnee schmilzt langsam weg.
Aber noch ist bei uns alles weiß!!
Und im Haus "duftet" es nach Gans.

Liebe Grüße aus dem "hohen Norden"
sendet dir
Natascha

Sabine hat gesagt…

Hallo Liebe Eliane,

Die Weihnachsgans ist verspeist, die Geschenke sind alle ausgepackt und nun wird es so richtig gemütlich! Viele Spaziergänge (nach der ganzen Völlerei)und einfach nur die schönen ruhigen Tage genießen!!!

Ich Danke Dir für all deine unermüdlichen Berichte Informationen, viele tolle Bilder!!!
Ich freue mich immer wieder das ich etwas von dir dazulernen darf!

VIELEN DANK!!

Ich wünsche dir und deiner gesamten Familie (mit all euren Haustieren) noch schöne Weihnachten und einen guten Rutsch in neue Jahr, viel Kraft für alles was noch kommen mag!!


Ganz liebe Grüße

Sabine

Gabriele hat gesagt…

Dein Eintrag ist sehr interessant. Habe noch nie Läuseproblematik in der Famillie gehabt. Hast du Erfahrung mit Haarlingen bei Haustieren wie Meerschweinchen, Farbmäuse o.ä.? Das kommt bei uns öfters vor.

Gabriele

Eliane Zimmermann hat gesagt…

ich habe keine erfahrungen mit läusen und anderen "schwarzfahrern" an haustieren. soweit ich weiß, greift neem alle arten von läusen an, egal wie und wo sie sich heimisch fühlen. und es ist absolut ungiftig, also auch okay für kind und tier.