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Montag, 30. März 2009

Thymian - vielfältiges Powerpaket

Nun bin ich wieder in einer normalen Web-Umgebung angekommen und auf der Zugfahrt hierher nach Zürich habe ich einen Text über dieses tolle Kraut vorbereitet (beim Kopieren der Word-Datei entsteht dann ein nicht zu beeinflussendes Layout), denn ein Topf mit Zitronenthymian gehörte zur Deko des vergangenen Seminares, das super gelaufen ist.

Manche Autoren sagen, das Wort Thymian habe Bezug zum griechischen Wort für Kraft und Mut, andere übersetzen es mit „ich bedufte, ich parfümiere“. Seit ich in den achtziger Jahren meine erste Felderfahrung mit der Ernte und der Destillation von duftendem Thymiankraut in der sengenden Hitze Süd-Frankreichs machte, finde ich, dass beide Erklärungen gut passen. Ich lernte, dass es nicht nur den bis damals einzig bekannten streng-medizinischen Geruch bei dieser unscheinbaren Pflanze gibt, sondern dass Thymianöl durchaus blumig-lieblich-fein duften kann.

Das Öl von Thymus vulgaris – dem gemeinen Thymian – wird aus (mindestens) sechs Chemotypen destilliert, also aus Thymianpflanzen mit sechs unterschiedlichen chemischen Leitsubstanzen. Das klassische, seit Jahrhunderten in der Medizin bekannte Thymianöl stammt aus Pflanzen in eher niedrigen Lagen und ist reich an Thymol und Carvacrol, das sind stark wirksame Monoterpen-Phenole (Moleküle aus 10 Kohlenstoffatomen, die sich innerhalb des Moleküls zu einer Sechserkette „verknoten“). Diese sind für fast jeden krank machenden Mikroorganismus fatal. Man nannte diese zwei streng duftenden Öle früher Thymian rot (Ct. Thymol) und Thymian schwarz (Ct. Carvacrol), da diese zwei Moleküle die Eisendestille angreifen und sich das Öl dann entsprechend verfärbt. Heute werden jedoch fast nur noch Edelstahldestillen bei der Produktion eingesetzt, so dass das Öl transparent-hellgelb ist.

Thymian Ct. Thymol enthält – je nach Lieferant – zwischen 35 und 55 Prozent Thymol und ist somit eines der besten Öle bei der Abwehr von Infektionen im HNO-Bereich und bei Pilzinfektionen, vor allem der Füße. Zudem ist es hilfreich bei Schmerzen von Gelenken und Muskeln. Da die Monoterpen-Phenole jedoch auch stark haut- und schleimhautreizend wirken, darf für den Hausgebrauch immer nur eine maximal 1%-ige Verdünnung auf die Haut aufgetragen werden

Die selteneren Thymianöle aus hohen und mittleren Lagen sind wesentlich kostenintensiver, eignen sich jedoch wegen ihres hohen Gehaltes an verschiedenen hautfreundlichen Monoterpenalkoholen Linalool, Thujanol-4 und Geraniol besser für die Selbstbehandlung.

Thymian Ct. Linalool findet man fast immer bei gut sortierten Ölefirmen, dieses fein duftende Öl beeinflusst den Atemtrakt positiv bei Erkältung, Husten, Bronchitis, Ohrenschmerzen und Stirnhöhlenentzündung – insbesondere bei Kindern.

Thymian Ct. Thujanol-4 ist schwer zu kultivieren und darum eher eine seltene und kostenintensive Rarität, die stark antiviral wirkt und insbesondere bei gynäkologischen Clamydien-Infektionen gute Erfolge zeigt.

Thymian Ct. Paracymen ist in der französischen Aromatherapie beliebt als starkes Mittel bei Gelenk- und Muskelschmerzen.

• Thymus mastichina L. enthält bis zu 75 Prozent 1,8-Cineol, duftet also eukalyptusartig-frisch. Da das Öl in seiner Heimat Spanien als mejorana bekannt ist, ist es im deutschsprachigen Bereich oft als (Wald-)Majoran zu finden, es setzt sich jedoch völlig anders als das Öl des echten Majoran (Origanum majorana) zusammen. Es ist ein ausgezeichnetes Anti-Erkältungsöl, das auch Kinder gut vertragen, da es weder stechend noch medizinisch riecht.

• Thymus serpyllum L. ist der in ganz Europa auch wild wachsende Quendel, sein Öl kann in Zusammensetzung und Duft sehr unterschiedlich ausfallen.

• Thymus zygis L. aus Spanien gilt gegenüber dem Thymian Ct. Thymol-Öl aus der Provence als nicht so hochwertig, seine bis zu 75 Prozent an hautreizendem Thymol machen die Anwendung für Laien schwierig. Diese Pflanze kann auch einen seltenen milden Linalool-Chemotyp hervor bringen.

• Thymus capitatus (L.) Hoff. et Link. (oder Coridothymus capitatus) wird auch Spanischer Oregano genannt, durch den Gehalt von bis zu 70 Prozent hautreizendem Carvacrol ist es nicht für den Hausgebrauch geeignet.

∆ Die phenolhaltigen Thymianöle sollten niemals unverdünnt auf der Haut verwendet werden und nicht dauerhaft bei sehr hohem Blutdruck im Einsatz sein.

Kommentare:

Anke hat gesagt…

Sehr informativ! Vielen Dank und viele Grüße.

Isabelle Lemoine hat gesagt…

Danke sehr für diese so detaillierte Infos !! Hoffe bald von Ihnen zu hören, viele Grüsse Isabelle

Claudia's rosige Zeiten hat gesagt…

Da ich ein Fan von ätherischen Ölen und Kräutern bin. freue ich mich immer sehr über deine tollen Informationen.
Vielen Dank und liebe Grüße, Claudia

Waltraud Reischer hat gesagt…

viel spaß beim seminar und lg aus klosterneuburg

Anonym hat gesagt…

Danke für den interessanten Bericht. Liebe Grüsse Lillian

Regina Podewils hat gesagt…

das ist ja absolut interessant.
Finde auch gut daß der Hinweis mit dem Blutdruck angegeben ist.
Wirklich toll was du nebenbei (Seminare) noch so alles übermittelst, wirklich super.
DANKE
LG
Regina

Gaby hat gesagt…

Hej Eliane,
vielen Dank für super Auflistung der unterschiedlichen Thymianöle

Gaby

Anonym hat gesagt…

Liebe Eliane,

lese mich gerade wieder ein wenig durch Deinen Blog und muß zu Deinem Thymian-Eintrag was berichten.

Unser jüngster Sohn bekam mit einem Jahr Asthma. Wir behandelten die ersten Jahre fast ausschließlich alternativ. Bei einigen Methoden konnte man nicht sagen, ob sie gewirkt haben. Aber EIN Mittel half IMMER und kommt auch jetzt ( mittlerweile ist er 21 ) immer noch zum Einsatz: Aspecton Hustentropfen mit dem Wirkstoff Thymiankraut-Dickextrakt. Dank dieser kraftvollen Pflanze mußte nie ein Antibiotikum verschrieben werden!

*THYMIAN* ist für mich einfach wunderbar :)

Viele Grüße von Hanne